Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 1 (Januar 1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht über Synagoge und Schule. 27 jüdischer Privatschulen können den Glauben erhalten, als würde das Bedürfniß nach einer guten jüdischen Schule nicht so allgemein gefühlt. Priv a t institute können nur auf Gewinn des Unternehmers berechnet sein. Bei dem hohen Gehalte, der guten Lehrern bewilligt werden muß, könnte ein namhafter Ueberschuß auch nur dann erzielt werden, wenn die Schule durch allgemeines Vertrauen in jeder Beziehung unterstützt würde; dieses allgemeine Vertrauen ist aber bei den heterogenen Ansichten in einer so großen Gemeinde nur dann zu erreichen, wenn die Anstalt unter der Leitung, oder wenigstens unter gewissenhafter Oberaufsicht einer anerkannten Autorität steht. Der hiesige Vorstand aber, der mit so lobenswerthem Eifer für das materielle Gedeihen der Gemeindeverhaltnisse sorgt, scheint sich nicht berufen zu fühlen, unmittelbar durch fähige Männer aus seiner Mitte, oder mittelbar durch seinen geistlichen Beamten für das höhere geistige Wohl der Gemeinde Sorge zu tragen. Was aus solchem Zustande hervorgeht, kann man , ohne zu den Hellsehenden zu gehören, mit der ärmsten Phantasie sich vergegenwärtigen. Die Eltern sind gezwungen, ihre Kinder in christliche Schulen zu schicken, und finden sich dann mit dem Unterrichte in der Religion, der h. Schrift u. s. w. durch einige magere Privatstunden ab, die man aus der für die Schularbeiten oft mehr als zu sehr in Anspruch genommenen Zeit mühsam herausklaubt; und dieser spärliche Unterricht wird noch dazu von sehr mittelmäßigen Lehrern ertheilt. So ausgerüstet mit den Waffen der Religion und der Kenntniß seines Glaubens tritt der jüdische Knabe aus der Schule in die Welt, zieht er aus dem stillen Vaterhause, wo Gewohnheit und Ehrfurcht, Erinnerung und Gemächlichkeit ihn an ein Leben festgehalten, in dem er ausgewachsen, und das er vor seinen Augen täglich und stündlich üben gesehen hat, hinaus in den Markt des Lebens, wo man dem Götzen Materialismus Altäre baut; wie soll er dem Andrange von Außen widerstehen, mit welchen Mitteln ist sein Inneres gekräftigt und gepanzert gegen die Stachel der Verführung, gegen die Reizmittel des sogenannten Zeitgeistes? Wie leichten Kaufes läßt er das nicht fahren, dessen Werth er nie gekannt, den Glauben der Väter! Kein Opfer, keinen Kampf kostet es ihm, das aufzugeben, was er nie geliebt, und dafür eine Welt hinzunehmen voll Freuden, die lachendste Aussicht auf eine genußreiche Zukunft. Die Religion seiner Väter, er hat sie geachtet, wie seine Großmutter, und sich wohl gehütet, sie in Gegenwart der Eltern nicht zu schonen, um diese nicht zu verletzen; aber außer dem Hause darf er mit einstimmen in den Spott und den Hohn; da darf er mit Andern witzeln über ihr runzliches Gesicht und ihre abergläubischen Ideen. Genug, wenn er nur den Eltern zu Liebe alle Sabbath zu ihr geht, sich den Segen zu holen. Nun! und dieser Segen, den er sich alle Sabbath holt, wird er nicht zum Segen werden an ihm, wird er in den wenigen Stunden sie nicht