Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 1 (Januar 1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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26 Bericht über Synagoge und Schule. Seiten ins tiefste Elend gesunken Ware, aus dem nur außerordentliche Mittel ihn hatten reißen können, wurde durch sie aufrecht erhalten, und nicht selten dem gesegneten Mittelstände zugeführt , der den kräftigen Born unserer Gemeinde bildet. Wo so bedeutende Opfer für die Armen gebracht werden, da sollte man glauben, müßten die Anstalten, die dem Geber selbst zum Nutzen gereichen, * da. müßten die Anstalten, die in jeder anderen jüdischen Gemeinschaft als ihr Lebensprinzip und ihr Lebenszeichen betrachtet werden, da müßten vornehmlich Schulen und Synagogen, die überall Zeugniß von dem Bildungsstande der Gemeinde ablegen, in schönster Blüthe stehen und weithin ihre Früchte tragen. Es ist aber wohl in keiner Gemeinde Deutschlands damit so schlecht bestellt, wie bei uns, wo so viel guter Wille, so viele reiche Mittel vorhanden sind, und ganz unbegreiflich und unverzeihlich ist die Lauhheit, mit der die frömmsten und reichsten Männer diesem verwahrlosten Zustande zusehen, der, wenn nicht schleunige und kräftige Abhülfe eintritt, für die kommende Generation die heillosesten Folgen haben muß. Was den Unterricht betrifft, so eristiren hier nur zwei von-dem Gemeindevorstande autoristrte jüdische Schulen: die israelitische Ar menschule und die israelitische Freischule. Auf letztere werden wir später zurückkommen. Die Armenschule steht unter unmittelbarer Aufsicht des geistlichen Beamten. Es ist unsere Absicht nicht, und fühlen wir uns weder berufen, noch befähigt, ein specielles Urtheil über die Leistungen dieser Anstalt abzugeben; es genügt, zu wissen, daß diese Schule nur für den Unterricht der Armenkinder bestimmt ist, und man erst seit einigen Monaten Kinder bemittelter Eltern gegen Vergütung darin ausgenommen. Daß Kinder, die für den höheren Kaufmannsstand erzogen, die zu Künstlern und Gelehrten gebildet werden sollen, eines anderen und ausgedehnteren Unterrichts bedürfen, als die der unteren Klassen, die größtentheils für den Handwerksstand oder den Kleinhandel bestimmt sind, ist einleuchtend. Für eine getrennte Religionsschute ist eben so wenig gesorgt; ja es eristirt hier kaum einmal ein fähiges Subjekt, das mit dem Geiste und den Lehren unserer Religion, mit der genauen Kenntniß ihrer Schriften und der hebräischen Sprache auch eine so umfassende, wissenschaftliche, deutsche und pädagogische Bildung verbindet, um den Religionsunterricht nach seinen Erfordernissen und denen der Zeit ertheilen zu können. Selbst die sieben Lehrer, die in den jüdischen Lehrfächern in der Armerischule unterrichten, dürsten hiervon keine Ansnahme machen; und hat diese Schule in den jüngsten 25 Jahren keinen in obiger Weise ganz Befähigten heranbilden können. — Einige unbedeutende Privatschulen fristen rroch hie und da kümmerlich ihr Dasein; aber weder ihr geringfügiges Wirken, noch-das Eingehen zweier besserer