Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 1 (Januar 1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Mesfiasidee rc- 23 stimmung ist noch nicht vollbracht. Es liegt ihre endliche Mission vor uns in undenklichen Zeiten; so ferne in der Zukunft liegt sie, als noch jene Schreckhörner Zeit bedürfen, um sich in blühendes Alpengelände zu verwandeln- Aber darüber werden noch Jahrtausende hingehen. Die Erde ist noch sehr jung; doch erwartet sie mit Sicherheit die Vollbringung des siebenten Schöpsungstages und seinen heiligen Sabbathabend. Wie wir nun vor unseren- Augen die leblose Natur — wie man sie nennt—- aus dem Stande der. Rohheit in den der Bildungsfähigkeit, aus der Unfruchtbarkeit in Fruchtbarkeit durch die physischen und chemisch-elektrischen Agentien verwandelt werden sehen; wie wir in den Regionen der Erstarrung Auflösung, Uebergang^von Leblosigkeit zum Leben wahrnehmen: könnten wir uns denn wohl einreden, daß es mit der sittlichen Welt schlechter stehe, sich vielleicht gar umgekehrt verhalte? Sollte in der geistigen Region der Menschheitsentwickelung, in der Bildung des geistigen Antheilö der Natur im Menschengeschlechte ein umgekehrter Gang, ein Gang aus dem Guten ins Schlechtere, aus dem Vollkommenen ins Unvollkommene vorwalten? Die Sagen alter Völkerschaften, ihre Vorstellungen von der Entstehung der Welt deuten zwar insgesammt dahin. Sie bezeichnen ein, weit in der Vorzeit und jenseits aller Geschichte liegendes, goldenes Zeitalter; meinen dann und lehren, daß durch mancherlei trübe Ereignisse dreß Zeitalter des Friedens und des unschuldigen Genusses nach Tausenden von Jahren sich nach und nach verschlechtert habe, und in ein solches übergegangen sei, das nur ein silbernes im Vergleich mit jenem ersten genannt werden könnte; daß endlich auch dieß in das gegenwärtige eiserne versunken wäre, in welchem nunmehr statt eines edlen, friedfertigen Geschlechtes, ein wildes, feindseliges, mordsüchtiges Volk, und statt jener halcyonischen Tage, Tage der Völkerschlachten und des Mordbrandes eingetreten sind. So lehrt der heidnische Mythus, insbesondere der des hochgepriesenen Griechenthumes. Nach ihm würden wir, in Widerspruch mit den sichtbaren Thatsachen der Geognosie, einen nicht tief genug zu beklagenden Rückschritt in der Geistesregion auf Erden 'anzunehmen, und mit der antiken Welt in die Resignation einzustimmen haben, welche einer ihrer größten Dichter so wehmüthig darstellt: ^etas xarentum, pejor avis, tulit Nos nequiores, mox daturos Progeniem vitiosiorem! (Horat.) (Schluß folgt.)