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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-01-01 · 1 (Januar 1845) · p. Seite 19

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
1 (Januar 1845)
Date
1845-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Die Symptome der Zeit. 19 christlicher Theologen bildet, welche bis zu dem Zeitpunkte, wo sie die unteren Schulen verlassen, zu ihm in keiner Verbindung stehen; es müßten daher schon an Gymnasien jüdische Lehrstühle errichtet werden. Es ist aber auch der ganze Forschungsgang der jüdischen Wissenschaft, ihre Lehr- und Auffassungsweise ungemein von der der allgemeinen Wissenschaft verschieden, und sie stoßen, wenn nicht vom weisen Meister gelei- _ tet, der die Berührungspunkte kennt, einander ab. Diese Verbindung zum Nutzen und Frommen des Glaubens und der Wissenschaft wäre nur durch die Unterrichtsweise eines Collegiums aufzufinden. Es erwacht ein Ernst für die Religion, man nimmt lebhaften Antheil an den Bewegungen auf ihrem Gebiete; dieses schöne Symptom entschädigt zum Theil für manche andere niederschlagende Bemerkungen. Wessen also mehr als des deutschen Juden, der der Wissenschaft gern seine Achtung zollt, und nun sich wieder dem Glauben zuwendet, wäre die Bewerkstelligung eines solchenrabbinischen Collegiums würdig;*) wer mehr als dieJudenschaftDeutschlands kann über einen großen Fond von Intelligenz und jüdischer und allgemeiner Gelehrsamkeit gebieten? Es ist an der Zeit, es muß etwas gethan werden; aus den Gegensätzen^ aus dem Theilen in zwei Lager erwächst kein Heil, aus dem Jammern und Bedauern schießt keine freudige Saat auf: sollen unsere Rabbinen uns angehören, sollen sie die wahrhaften Vertreter des Glaubens und für ihn begeistert sein, so dürfen sie ihm nicht durch die lange Bahn, die zwischen ihrem früheren Studium und dem Rabbinensitze liegt, entfrem- ,det werden. Mögen die edlen und großherzigen Männer in Israel diese Worte prüfen und weitere Resultate daran knüpfen! Und noch an ein anderes Institut mahnt dringend die oben bezeichnete neue Gestaltung des Judenthums. In den vergangenen Geschlechtern sprach für die Fähigkeit des anzustellenden Rabbiners das Zeugniß durch ihre Gelehrsamkeit allgemein bekannter Männer (nxiiii ninn); an dem Ernste und der Frömmigkeit dieser Männer und der von ihnen Approbirten, wie konnte damals, wo sie auch bei den Laien verbreitet war, gezweifelt werden! In unserer Zeit werden solche, das allgemeine Vertrauen genießende, Männer selten; die Gemeinden sind daher in ihrer Wahl zweifelhaft , wissen nicht, wohin sich wenden, nach welcher Legitimation sich richten. Und wie oft wird diese Ungewißheit der Gemeinden gemißbraucht : es wird zuweilen aus Leichtsinn oder Unfähigkeit an einen Unbefähigten der Gewährsbrief ausgestellt, und es ftihlen Glaube und Wissen tief die Wunden, die ihnen hierdurch geschlagen werden! —- Consistorien müssen gebildet werden; nicht einseitig, * Zu Padua besteht seit mehreren Jahren ein Collegium rabbinicum. 2*

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