Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 1 (Januar 1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Die Symptome der Zeit. nicht durch Einen geistlichen Beisitzer repräsentirt, sondern aus mehreren bekannten Rabbinen, und ste entscheiden über die Fähigkeit der Anzustellenden. Die Ausführung ist nicht schwierig; es werden die Regierungen in den Ländern, wo der jüdische Kultus der Staatsaufsicht unterliegt, um so williger die Hand dazu bieten, als sie jetzt größtenteils überden Candidaten, und welche Forderung sie an ihn stellen, welche Zeugnisse er beizubringen habe, verlegen sind: es werden auch nicht weniger die Gemeinden damit einverstanden sein und sich gern nach solchem llrthcile richten. Es liegt außer dem Bereiche dieses Aufsatzes, uns mehr über dieses wichtige Institut zu verbreiten; doch wollen wir im Zusammenhänge mit den berührten Symptomen noch einer Abhülfe, die diese Consistorien bringen sollen, erwähnen. In der jetzigen allgemeinen Zerfahrenheit sondern die Gemeinden sich von einander, jeder Rabbiner schaltet nach seiner Einsicht. Darum auch die Ungewißheit bei entstehenden Fragen. Wir wünschen keines Falls die Meinungsfreiheit beschränkt, sie thut bei der jetzigen Uebergangsepoche noth. Aber die Meinungsfreiheit artet, man kann es sich nicht verleugnen, in Meinungsfrechheit aus; und nur mit Unwillen liest man bei der von einigen Ercentrischen angeregten Beschneidungsfrage, über die wohl in Niemandem der im Judenthume stehet ein ernstlicher Zweifel rege ist, Aeußerungen mancher Rabbinen, die nur schlecht ihre Hinneigung zu einer Seite verbergen, die ste als unbefähigt den väterlichen Glauben zu vertreten, hinlänglich zeigt. Wir wollen nicht Anklagen bei Regiemngen, die gewöhnlich der Confession Nachtheil bringen, wir mögen nicht Verfolgung und Ausstoßung; aber die ausgesprochene Mißbilligung des Konsistoriums würde Manchen an Ernst und Vorsicht erinnern, und der vorsätzlichen Erniedrigung und frivolen Verspottung steuern. Wir haben zwei wichtige Ereignisse des Jahres bis jetzt noch nicht erwähnt : die Versammlung deutscher Rabbinen zu Braunschweig und die Versammlung ungarischer Rabbinen zu Pate. Wir wollten auf erstere nicht gern zurückkommen, um nicht den früher ausgesprochenen Tadel zu wiederholen. Wir bedauern noch mehr als die Resultate die Richtung, die sie eingeschlagen, und für die uns die von ihr veröffentlichten Protokolle verantwortlich sein mußten, an die allein wir uns hielten, und andere entstellende Mittheilungen zurückwiesen. Daß bei dieser Versammlung Manches für Hebung des Rabbincnthums in obigem Sinne hätte geschehen können, ist unbezweifelt: und darum stehen wir nicht mit dem Bekenntnisse zurück, daß nach, unserem Dafürhalten die ungarische Rabbinenversammlung ihre Aufgabe nicht unrichtig aufgefaßt. Auch hier hören wir nicht auf die verspottenden und entstellen-