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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-01-01 · 1 (Januar 1845) · p. Seite 17

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
1 (Januar 1845)
Date
1845-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Die Symptome der Zeit- 17 bares habe, das erhalten werden muß, sie ist Offenbarung und nicht Wissenschaft^ und das Judenthum darf noch überdieß mit gerechter Freude erwähnen, daß seine Basis auch zugleich der Wissenschaft hoch» ster Punkt sei. Solchen Fortschritt nun betrachten wir als einen Theil der Aufgabe der Rabbinen unserer Zeit; und er werde in ungetheilter Liebe zum Judenthume gemacht, dieses ist der noch edlere und geheiligtere Theil: Liebe zum positiven Judenthume und Muth und Stärke für dasselbe in Kampf mit dem Leben zu treten. Weg müder laxen, weichlichen, wir wollen nicht sagen, jesuitischen Theorie, daß weil im Leben dieses und jenes positive Gesetz nicht beobachtet wird, darum es umgehen und aufheben. Wird hierdurch die Nichtbeachtung rechtlich' begründet, können wir mit Bewußtsein sagen, das Gesetz habe aufgehört? Haben die Rabbinen diese Gewalt aufzuheben und zu lösen, ist sie ihnen im Judenthume eingeräumt? Läßt sich irgend etwas erfinden, um die Uebertretung des Sabbats zu rechtfertigen? Düs religiöse Gewissen kann nimmer mit der Gefälligkeit des Ausgleichens beschwichtigt werden; die Verhüllung und Vernmntelung und die verachtenswerthe Schmiegsamkeit ist zu sichtbar, als daß solche Accommodation selbst für den der Übertritt, irgend einen Werth haben könnte. Und die Rabbinen sollen mit dem Amte beauftragt sein, das Unrecht für Recht zu erkennen, sollen hinterdrein kommen und die Gewissen erleichtern, weil es das Leben verlangt? Sie sollten die Sklaven und Lobhudler der Zeit sein, Männer, die da sitzen, um, wie man es braucht und wünscht zu sprechen, um zu verdrehen und zu erklügeln und der Zeit Complimente zu machen? Hätten die Propheten solche Gesinnung getheilt, sie würden ihr Wirken, ihren Eifer, ihre Rüge füglich haben unterlassen können: der Polytheism war eine Einwirkung der Zeit, er wurde, wenn man tiefer eingehet, von der Politik bedingt, und übte durch die Macht der Verhältnisse, der Umgebung, der Begriffe einen gewaltigen Einstuß auf das Volk. Und haben die Propheten der Zeit gehuldigt, haben sie mit freundlicher, lächelnder Accommodation die Gewissen erleichtert, eine solche Rechtfertigung für wahr, für aufrichtig gehalten? Selbstständigkeit, das Durchdrungensein von der Selbstständigkeit des Glaubens ist die erste Erforderniß des Rabbiners, und er soll suchen, sie weiter zu verbreiten. Wir haben bisher noch zu wenig gethan, um die sich heranwälzenden Fluthen einzudämmen; das Ziel ist stets auflösen, nachgeben; hierin liegt aber wahrlich nicht die religiö se Reform, sie soll auch erhalten. Selbst in praktischer Hinsicht läßt sich noch Manches thun. Mag auch ein Sabbatverein, durch den angesehene jüdische Kaufleute sich verbinden, am Sabbat ihre Geschäfte einzustellen, schwer Frankel, Zeitschrift I. 2

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