Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 1 (Januar 1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Symptome der Zeit. 7 gutes Vorzeichen ansehe», daß nach einem in den letzten Monaten in den Zeitungen berichteten Vorfälle, man doch endlich von dem mit starrer Consequenz befolgten Grundsätze, der Jude fei zu jedem Staatsdienste unfähig, abzugehen scheint; nur darf, ohne in Abstractions- und Principiensucht zu verfallen, auf diesen vereinzelten und an sich unbedeutenden Fall kein zu großes Gewicht gelegt werden. Unbezweifelt werden manche Spaltungen in der Kirche selbst und Vorgänge, wie die zu Schneidemühl, Preußen endlich auf die eigentliche Sonderung der Begriffe „Religion und Staat" führen. Das Geschick der Juden Rußlands ist seit einigen Jahren tief umdüstert; Bedrückung, Verjagung, harte Verfügungen über Leben und Gut und die heiligsten Gefühle, so nahmen wir in einer Reihe von Bildern wahr, die uns mit tiefem Schmerze über das traurige Loos derGemißhandelten erfüllten. Da bringt der Abend des Jahres einen freundlichen Strahl: ein Nkas befiehlt die Errichtung von Hebräerschulen, in denen für Erziehung und Heranbildung wissenschaftlicher Rabbinen gesorgt werde. Möge dieser Mas der Vorbote eines bessern, über die russischen Juden aufgehenden Gestirns sein; nur als solcher ist er uns Werth und theuer, da wir in der Veredlung und Hebung der Bildung allein kein Heil erblicken (vergl. weiter Tagesbegebenheiten). Das freie-, dem Juden keine gastfreundlichen Ufer bietende Norwegen zeigte das drollige Schauspiel, daß zwei Juden, die sich dorthin verirrt hatten, zu harter Strafe (Gefängniß oder 300 Thlr. Lösegeld) verdammt wurden. Und keine freundliche Jphigenia interpellirte auf diesem scandinavischen Tauris zu Gunsten der Verunglückten; doch hatte die Gottheit sich schon früher über einen von ihnen erbarmt, sie hatte ihn aus dem Mutterleibe einer portugiesischen Jüdin Hervorgehen lassen, und mit den portugiesischen Juden hat (wie die öffentlichen Blatter bel diesem Vorfälle berichten) Norwegen schon in früher Zeit besondere Vertrage abgeschlossen. Wir glauben kaum, daß es mit diesen Vertragen so ernstlich gemeint sei, und halten vielmehr dafür, daß man sic als wiükommnen Vorwand hervorgesucht, um das barbarische Gesetz zu umgehen. Die norwegische Freiheit hat also auch ihre Sklaverei, und der Storthing gefällt sich darin, mit diesen bunten Fesseln noch länger zu spielen! —Jedenfalls erblicken wir hier einen hervorstechenden Charakterzug der portugiesischen Juden; sie hatten einen einheitlichen, Achtung gebietenden Sinn, und wußten ihre gemeinsamenJnteressen zu vertreten. . Italien bietet nichtchNeues, wenn man nicht etwa die vom Papste ertheilte Bulle, daß die Juden am Osterfeste nicht Christenblut brauchen, hierher beziehen will. — Frankreich weiß wie Holland nicht anders als