Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 9 (Dezember 1844)
- Date
- 1844-12-01
- Page
- Seite 361 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Allgemeine theologische Bibliographie. 361 effante Werk ist durch' das Verdienst des H. Stern hiermit der Vergessenheit entrissen, und es kann nur erfreulich sein, daß die im Ganzm jetzt herrschende Theilnahmlofigkeit des jüdischen Publikums gegen die Literaturdenkmals der Vergangenheit nicht im Stande ist, den Muth und Eifer der vereinzelten Freunde derselben zu lähmw. Von Zeit zu Zeit taucht eine neue Erscheinung auf, die — wie ein dem Meere abgerungener Streifen Landes — den bereits gesicherten Kontinent der Wissenschaft erweitert und neue Bahnen in früher unzugängliche Gebiete eröffnet. R. Salomo ben Abraham, mit dem Beinamen *) Parchon1 2), ein Aragonese ans Calatayud, verfaßte sein Wörterbuch und die ihm vorangehende Grammatik im Jahre d. W. 4921 (1161) zu Salerno, um seinen Glaubensgenossen kn Süd-Italien, denen nur das Wörterbuch des Mmachem ben Seruk bekannt und als einzige Quelle der Belehrung über hebräische Sprache diente, die Resultate der fortgeschrittenen Grammatik und Auslegung zugänglich zu machen. Er legte die Werke des R. Jehudah Chajug, R. Jonah ben Gannach (Abulwalid) seiner Arbeit zu Grunde, doch so, daß er das lexikalische und exegetische Material, welches in den theils nur grammatischen, theils zur Widerlegung der ftüheren und Begründung der eignen Ansichten abgefaßten Schriften (wie in den Werken des R. Samuel Hannagid zur Vertheidigung des R. Jehudah Chajug gegen Abulwalid) zerstreut sich vorfand, ordnete, und in die Fornr eines Wörterbuchs brachte. Es ist zum Theil Uebersetzung seiner arabischen Vorgänger, Manches fügt er hinzu, was er aus mündlicher Belehrung seiner ausgezeichneten Zeitgenossen geschöpft, wie des berühmten Dichters R. Jehudah Hallewi, Abraham ibn Esra und eines R. Ephraim. Vieles wird aus dem Sprachgebrauche der Mischna Tosesta, des Talmud, der Targumim erläutert, so wie manche Realien aus der Astronomie, Medicin, Naturkunde seiner Zeit, wofür er als Gesammtnamen die auch sonst übliche Bezeichnung: „griechische Weisheit oder Wissenschaft (rvo'P 3) HEOn) oder auch „Grammatik" gebraucht (S. Einl. S.XXI. Der Gegenstand verdient noch weitere Besprechung.) Das Werk Parchon's hat wahrscheinlich den, um 70 Jahre, späteren R. David Kimchi Vorgelegen, und ist von ihm benutzt worden: doch gewiß nicht in der Weise, wie der neue Herausgeber in der Anmerkung (S. XIX.) zu verstehen giebt. Parchon mag seinem gelehrten Nachfolger in der Kenntniß des Arabischen überlegen gewesen sein, (das.) wiewohl er nur spärlichen Gebrauch davon macht, steht ihm aber in der gewandten Handhabung des rabbinisch-grammatischen Ausdruckes, so wie in der Deutlichkeit und Uebersichtlichkeit bei der Anordnung 1) ))V"pn (das arab. 2 NNpO, eigentl. 2 JATO» So ist diese — namentlich im Sefer Hakkabalah des R. Abraham ben David — oft wiederkehrende Bezeichnung bereits früher richtig erklärt worden. Herr Stern (S. XVIII. der Einleit.) nimmt es unrichtig. 2) Vielleicht ist der Familienname Parchon, wie der des Verf. von Kastor wa-Ferach (Zunz in Asher's Benjamin II., p. 260) auf Florenea in Andalusien zurückzuführen. 3) Ebenfalls im Sef. hakk. z. B. bei R. Jizchak ibn Giat. Frankel, Zeitschrift. I. 27