Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 9 (Dezember 1844)
- Date
- 1844-12-01
- Page
- Seite 362 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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362 Allgemeine theologische Bibliographie. des Stoffes, der oft störend durch grammatische Ercurse zerrissen wird, bedeutend nach. Eine äußerst werthvolle Zugabe ist die vorangehende Abhandlung Rapoports, den Gang des hebräischen Sprachstudiums entwickelnd, die Zeitbestimmungen für den wichtigsten Grammatiker neuer Prüfung unterwerfend *)• Ob nicht Manches von dem dort neu Aufgestellten in Anspruch genommen werden könnte, bleibe hier dahingestellt. Sehr viel Anregendes und Treffendes enthält namentlich die Schlußpartie der inhaltvollen Abhandlung, über die Ausblldung des rabbinischen Zdioms. Bei aller Anerkennung für das Verdienst des Hrn. Stern müssen wir jedoch bemerken, daß das Werk in Rücksicht auf Correetheit und Genauigkeit des Tertes — eine so unerläßliche Bedingung bei einem lerckalischen und grammatischen Werke! — überaus viel zu wünschen übrig läßt. Das Manuscript, das H. Stern copirt, ist offenbar defect, oft sind es kleine Lücken, die ein kundiger Herausgeber, wie es Hrn. Stern ist, wohl hätte ausfüllen können und müssen; naheliegende Verbesserungen find oft unterlassen, offenbare Fehler beibehalten, und an manchen Stellen dem Coder eine Pietät gewidmet worden, als wäre er Autograph des Verfassers, und als hätte diesem ein von unserem Bibelterte — wer weiß ein/sehr abweichender — Vorgelegen. Dergleichen Unerfahrenheit kann einem jüdischen Herausgeber jüdischer Werke kaum nachgesehen werden. Dies hat denn auch manche unnütze Anmerkung des Herausgebers im Gefolge gehabt, so wie denn überhaupt die Anmerkungen nicht eben planmäßig und mit der nöthigen Umsicht vertheilt und abgefaßt find. Ein paar Beispiele von sehr zahlreichen Fehlern mögen das Gesagte bestätigen: 8. v. pD ist für das sinnlose vd 'yn\y np^JJ, zu lesen: ’OiniJJ npt^ *0. Hier hat den Parchon, wie auch sonst noch, sein Gedächtniß getäuscht. Es ist Ps. 119, 78 mit B. 61 das. confundirt. In Tin scheint ein Rest des Artikels MN enthalten (vgl. pT s. v. v.;) Ungenauigkeiten, wie ONnNlNI für Bnmm (was 8. y. T3 und ]1J? sich wiederholt) können zu Irrungen Anlaß werden. — Die s. v. tt^p von Parchon eitirte Stelle aus Gabirol ist aus dem iTlbn TIP desselben, das ^np2 nnj empfängt, und von Dukes neuerdings veröffentlicht worden. Die 8. y. p^D angeführte mag aus der nblpt^ nTIP NTNO desselben Dichters sein; vielleicht enthielt die letztere Partie derselben eine Art Poetik, und in ihr hatte diese Rüge eines unpassenden Bildes ihre geeignete Stelle. —- In dem Fragmente dieser rfnptt' nw oder pjy, das dem Wörterbuche vorangeht, finden sich mehre 1) Mit Recht stellt dieser Gelehrte in Abrededaß Parchon eigentlicher Schüler des R. Jehuda Hatlewi gewesen, und allerdings ist die Bezeichnung VlDID nicht strikt zu nehpren, sondern dankbarer Ehrenname. Jndeß hatte R. Jehudah Hallewi allerdings einigen Jünglingen Unterricht ertheilt (Betulat Bat Jchudah p. 62), wie wie dies seine eigne Verse bezeugen: — „des Gartensden ich gepflanzt und getränkt — und meine Pflanzen gediehen —, sollt ich vergessen des Jehudah und Asarel, und des Jizchak, mir Werth, wie ein Sohn?" —