Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 9 (Dezember 1844)
- Date
- 1844-12-01
- Page
- Seite 351 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Allgemeine theologische Bibliographie. 351 Zeit dieses Königs errichtetes Aquaduct das Wasser in den Hof des Tempels geleitet haben soll. — Der Weg ging hierauf zwischen Weinbergen und mit Feigen- und Oelbäumen bedeckten Hügeln. Um sechs Uhr Nachmittags lagerten sie sich bei Hebron in einem angenehmen Thale. Sabbath (15. Juni) gingen die Reisenden in die portugiesische Synagoge zu Hebron. Die Straßen dieser Stadt sind enge und doll mit Steinen und Schutt. Die Häuser sind äußerst armselig, aber die Bewohner keine besseren gewohnt, und das Gefühl in dem Lande ihrer Väter und der Patriarchen zu weilen giebt ihnen Stärke viele Entbehrungen und Beschwerden zu ertragen. Die Reisenden empfingen die gewöhnlichen Ehrenbezeugungen in der Synagoge, und die Chachamim begleiteten sie gu ihrem Lagerplatz zurück. Der Mousselim ließ bald hierauf sich melden; da er aber nicht M. in der feierlichen Weise, wie es zu Zased und Jerusalem geschehen, entgegengekommen war, so schlugen die Reisenden es ab, das von ihm mitgebrachte Geschenk (vier Schafe) anzunehmen, und ließen ihn selbst warten. Ein solches festes und consequentes Betragen, sagt das Journal, sei nothwendig den Muselmännern gegenüber, und war auch hier an seinem Platze. Denn nun entschuldigte sich der Mousselim, daß er falsch über die zu erfolgende Ankunft M.'s sei benachrichtigt worden, und ihn an einem andern Tage erwartet habe. Nun begegnete man sich freundlich, und sie fragten hierauf den Mousselim, ob es erlaubt sei, die Höhle Machpela zu besuchen. Er schüttelte das Haupt und sagte: „Nein, nein, unmöglich!" und stellte ihnen vor, daß es hier doch noch andere interessante Orte gebe, als die Gräber Abner's, Ruth, Jischai, Othniel. Das Journal verbreitet sich über die Trefflichkeit der Gegend, die reich an Weinbergen ist, und die Hügel rund umher mit Oliven-, Granaten-, Feigen- und anderen Bäumen bekleidet. Das Thal, wo sie sich lagerten, wird das Blumenthal genannt; und die Frauen, die Lady M. besuchten, waren reich mit Blumen geschmückt. — Die Reisenden bekamen endlich Hoffnung, daß sie Montag die Höhle Machpela würden besuchen können, und versprach der Scheikh sie zu begleiten. Montag (17. Juni) erschienen der Gouverneur und der Scheikh" mit ihrem Gefolge, auch die Vorsteher der portugiesischen und deutschen Synagogen. Der Zug setzte sich in Bewegung und es schlossen sich ihm viele der israelitischen Brüder an, alle gespannt, einen Blick auf die ehrwürdige Stätte werfen zu dürfen, wo die Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob ruhen. Als die Reisenden durch die Straßen zogen, blickte mancher stolze Muselmann mit neidischem Auge auf sie. Die Einwohner Hebrons sind sehr verschieden von ihren beturbanten Brüdern zu Jerusalem und anderen Städten. Diese haben einen Anstrich von Urbanität und Freundlichkeit, jene aber scheinen indem sie trotzig einherschreiten, oder an der Seite der Straße sitzen bleiben, nur darauf bedacht, ihren Stolz und die Herrschaft des Eroberers zeigen zu wollen. — Angekommen bei der Thüre der Moschee