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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-12-01 · 9 (Dezember 1844) · p. Seite 352

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
9 (Dezember 1844)
Date
1844-12-01
Page
Seite 352 (sequence 26)
Language
German
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3S2 Allgemeine theologische Bibliographie. (die zu der Höhle Machpela führt), fanden sie einen großen Haufen versammelt und unler ihnen einen Derwisch, der ein gellendes Geschrei ausstieß, das Haupt schüttelte und die Hände wüthend bewegte. Der Haufe stimmte in sein gräßliches Geschrei ein als Jene sich näherten) und obschon der Gouverneur und der Kadi ihnen Muth zusprachen, so war doch ersichtlich, daß auch die Autorität der Behörden nicht werde beachtet werden. Während im Innern der Moschee sich ein Haufe mit dem wüthenden Derwisch an ihrer Spitze zusammendrängte, wuchs das Getümmel von außen, und die Juden, die die Reisenden hierher begleitet hatten, wurden sehr gemißhandelt. Der Mousselim wies mit bleichem Gesichte auf eine eiserne Thüre, die nach dem Innern der Höhle führte. Doch nun wurde die Wuth der Türken und das Geheul des Derwisch noch heftiger, so daß die Reisenden es für das Gerathenste hielten, sich zurückzuziehen und den fernem Versuch, die Höhle zu besuchen, aufzugeben. Dieses geschah nun in Ordnung; der Gouverneur und der Kadi mit ihrem Gefolge an der Spitze. Erfterer brachte viele Entschuldigungen vor, und daß er gegen die Heftigkeit des Fanatismus nichts vermöge. Als sie an ihren Lagerort zurückgekehrt waren, gab ihnen der Contrast zwischen jenem unruhigen Anftritte und der stillen Schönheit des Blumenthales, so wie der Erhabenheit und Ruhe der Umgegend, Stoff zu trübem Nachdenken über den fürchterlichen Gegensatz, in welchen die Leidenschaft des Menschen mit der Weisheit und dem Wohlwollen des Schöpfers tritt. Doch erinnerten sie sich, wie auch in diesem Lande der Fortschritt sich geltend gemacht: hätte ein Jude vor einem oder vor zwei Jahren es gewagt hier, wo jetzt die Zelte aufgespannt waren, zu gehen, so wäre er in Gefahr gewesen von den Arabern versteinigt zu werden. Zwar war auch jetzt dieser Ort nicht ohne Gefahr, diese kam aber von den Marodeurs der Wüste (den Beduinen) her, und der Mousselim hatte noch eine besondere Bewachung für die Nacht gegeben. — Die einzige Merkwürdigkeit auf ihrem Wege zu der Höhle waren zwei ungemein große Steine, neun und eine halb Uard lang und eine Uard breit. Zwei der Pekidim (Vorsteher) brachten ihnen die Nachricht, daß die Muselmänner sich in beträchtlicher Anzahl versammelt und die Juden insultirten. Sie beschlossen nun an den Gouverneur von Jerusalem zu schreiben, der bei ihrer Abreise ihnen noch eine besondere Escorte hatte geben wollen, vr. L. schrieb einen arabischen Brief, in welchem der Mousselim um seinen Schutz ersucht wurde. Im Laufe des Nachmittags besuchten sie die Synagoge, und M. vertheilte seine Gaben an die Armen. Man fand die Berichte über die erlittenen Mißhandlungen etwas übertrieben; auch verging die Nacht ganz ruhig. Dienstag (18. Juni) Nachmittags brach man auf. Der Gouverneur und der Scheikh begleiteten sie eine halbe Stunde weit und brachten nochmals ihre Entschuldigungen wegen des gestrigen Vorfalls vor. Die Reisenden waren noch nicht weit gezogen als sie einen Reiter wahrnahmen, der im Galopp auf sie zusprengte. Es war Amin, der gestern abgesandte Bote.

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