Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 9 (Dezember 1844)
- Date
- 1844-12-01
- Page
- Seite 348 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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348 Allgemeine theologische Bibliographie. find diese Zeiten vorüber. Frage nicht, was er ist, laß ihn sein von welcher Religion, verschaffe ihm Gerechtigkeit wie es der Herr der Welt von uns wünscht. M.: So denke auch ich. Kein Unterschied. Sei wie die Sonne, die die ganze Welt bescheint und Allen Licht und Wärme bringt, Juden, Christen und Muselmännern. G.: Lange lebe der Gebieter (Ibrahim Pascha)! Sein Schwert reicht weit. Siehe auf diese Stelle, wo Du Dein Zelt aufgeschlagen. Vor zehn Jahren hätte es fünfhundert Menschen bedurft, um Deinen Aufenthalt hier zu sichern) jetzt kannst Du mit einem Beutel mit Gold in der Hand hier gehen und Niemand wird Dich beunruhigen. M.: Du hast Recht: ich selbst kann die Veränderung bezeugen, die hier vorgegangen ist. Als ich vor zwölf Jahren diese Stadt besuchte, hörte ich oft die Klagen der Reisenden, und ich erfuhr manche Unannehmlichkeit. Doch jetzt, da Mohammed Ali herrscht, reisen wir nicht nur in Sicherheit, sondern hat auch seine Hoheit uns Empfehlungsschreiben an die verschiedenen Obrigkeiten mitgegeben. G.: Mohamet Ali weiß ausgezeichnete Männer zu schätzen; und ich versichere Dich, daß ich mich sehne Dir jeden möglichen Beweis meiner Achtung zu geben. Allein da Du hier in Quarantaine verweilst sind unsere Mittel beschränkt, und können wir Dir nicht ganz uüsere Freude offenbaren. Folge meinem Rathe und komm nach der Stadt, ich will mit meinem ganzen Gefolge Dich begleiten, und der Tag Deines Einzuges soll dem ganzen Volke ein Festtag sein. Ich will Dir ein arabisches Pferd senden; überhaupt was Du verlangst, Soldaten, Pferde, Diener: befiehl; bei meinem Haupte, bei meinen Augen, bei meinem Bart, Alles soll sogleich bereit sein!" M. willigte hierauf ein Mittwoch nach der Stadt zu gehen. Montag, (10. Juni) begaben sich die Reisenden zeitlich nach dem Thale Josaphat. Sie umritten zuerst die Wälle der Stadt, wo ihnen vorzüglich der von den Saracenen erbaute Theil, wegen der ungeheuren Steine, aus denen er bestehet, merkwürdig schien. Weiter begegneten sie auf ihrem Aussiuge dem Kidron, der einst seine dunklen Wasser hier fortwälzte und nun ein trockenes Steinbett ist. Zu. ihrer Linken lag Berekat David (IN rü^p) ein Wasserbecken; und bald hierauf gelangten sie zu dem Grabmal des Zacharias. Sie waren erstaunt über die ungemeine Schönheit des Gebäudes, und daß es sich, obschon seit mehr als zwei Jahrtausenden (?) Sonne und Sturm ausgesetzt, so wundervoll erhalten habe. — Auch das Monument Absalon's und das Grab des Josaphat wurden mit Ehrfurcht besucht. Andere zahllose Gräber mit hebräischen Inschriften waren durch das Thal zerstreut, das ganz geeignet ist eine sanfte Wehmuth zu erwecken, und wo die Seele mit höheren Geistern gleichsam verkehrend, in einer reinern, erhabenern Region zu verweilen scheint. Dienstag (11. Juni) ritten sie nach der „Stadt David's." Als sie in dem innern Hof anlangten näherten sich ihnen einige Türken, denen sie ihren Wunsch mittheilten, das Grab David's zu sehen.