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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-12-01 · 9 (Dezember 1844) · p. Seite 347

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
9 (Dezember 1844)
Date
1844-12-01
Page
Seite 347 (sequence 21)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. 347 M. den Entschluß Alles daran zu wenden, um den Boden zu cultiviren und Jenen, denen es gegenwärtig an Mitteln zu ihrer Subsistenz fehlte, Beschäftigung zu verschaffen. — Tief bewegt war ihr Herz als sie am Abend ihr Gebet auf dem Oelberge verrichteten und das Auge nach der Seite hinschaute, wo einst der Tempel sich in seinem Ruhme erhoben hatte; unwillkürlich suhlte ihre Seele sich ganz durchdrungen von den Worten des Meistersängers Israels: „Du bist der Gott meiner Stärke, warum verläßt Du mich, warum gehe ich betrübt unter dem Drucke des Feindes? O sende dein Licht und deine Treue, daß sie mich führen, mich leiten, nach deinem heiligen Berge, deiner Wohnung, und ich will kommen zu dem Altar Gottes, meiner innigen Wonne: und dich preisen auf der Harfe, Gott, mein Gott!" Sabbath und Sonntag (8. 9. Juni) wurden sie vielfach besucht; doch sie hatten mit einem Stricke einen Kordon gezogen und vermieden die nähere Berührung mit den Besuchern: eine Maßregel, die durch den traurigen Bericht, daß vierzehn bis fünfzehn Sterbefällesich täglich in der Stadt ereigneten, nur zu sehr gerechtfertigt wurde. Auch der Gouverneur fand sich wieder zum Besuche ein; und geben wir Manches aus dessen längerm Gespräche mit M. hier wieder, was dem Leser von der orientalischen Höflichkeit dieser Musselim sowohl, als von den mit Unrecht durchgängs verschrienen Regierungsprincipien Ibrahim Pascha's einen Begriff verschaffen dürste. — Nach den Eingangs - Komplimenten sagte M.: Ich sollte denken, daß die frische Luft dieses Berges Gesundheit und Segen der Stadt bringe. Gouverneur: Alle Segnungen kommen ohne Zweifel von diesem Berge; vorzüglich seitdem Du Dein Zelt hier aufgeschlagen. M.: Gesegnet sei, der mir so viel Ehre durch seine gütigen und schmeichelhaften Worte erzeigt. Gouv.: Ich sage was mein Herz fi'chlt und was Jedermann mit mir bezeugt. M.: Ich wünsche, es wäre in meiner Macht, Dir meine freundschaftlichen Gefühle gegen Dich und Alle, die so gütig von mir denken, auszudrücken. Gouv.: Ich wollte daß in Deine Seele sich eindrücke, daß nicht nur die Juden, sondern auch die Muselmänner und die Christen, überhaupt alle Einwohner innigst Deinem Eintritt in die heilige Stadt entgegensehen. M.: Ich bin ganz überzeugt von dem würdigen und ausgezeichneten Charakter der Einwohner, wundere wich aber um so weniger darüber, da sie unter solchem Befehlshaber wie Du bist stehen; nur die Rücksicht auf Lady M. hat mich zurückgehalten, daß ich nicht am Tage meiner Einkunft uach der Stadt zog. G.: Gott gebe Dir langes Leben. Nur unter dem wachsamen Auge unseres Herrn Ibrahim Pascha's und unter Deinem kann sich Glück verbreiten. Zur Zeit als unser Herr nach Jerusalem kam, begab ich mich zu ihm. Achmet, sagte er, Du erinnerst Dich der Tage, wo man sagte, dieser ist ein Christ, dieser ein Jude, und da ist ein Muselmann; doch jetzt, Achmet, 26* ~

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