Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 9 (Dezember 1844)
- Date
- 1844-12-01
- Page
- Seite 346 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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346 Allgemeine theologische Bibliographie. und Wasserquellen in dürren Grund, Fruchtland in Unfruchtbarkeit) ob der Verderbtheit seiner Bewohner"" (Ps. 107, 33. 34)." „Doch so ernst die Gefühle waren, die die melancholische Trauer der felfigen Hügel und Thäler, welche wir durchwanderten, Ln uns erregten, sie wandelten sich in Entzücken und unbeschreibliche Freude um, als. die heilige Stadt mit ihren Kuppeln vor unseren Augen aufstieg, einen himmlischen Glanz wiederstrahlend. Wir stiegen von unseren Pferden herab und gaben den Gefühlen, von denen unser Herz so mächtig überströmte, in tiefem Dankgebet zu Dem Raum, dessen Gnade und Vorsehung allein uns zum zweitenmal gesund und wohlbehalten nach der Stadt unserer Väter gebracht hatte. Um fünf Uhr kamen sie nun an den Thoren der heiligen Stadt an. Doctor L. schlug vor, daß man sich auf dem Oelber ge lagere) welches aber M., der sehr ermüdet war, ablehnte. Die Gesellschaft zog daher nach einem von den Maulthiertreibern bezeichneten Thale. Doch sie wurden bald ihres Irrthums inne; in diesem Thal war die Luft eingesperrt, und war man also noch mehr der ansteckenden Athmosphäre der die Pest in sich bergenden Stadt ausgesetzt. Sie erstiegen also einen steilen Fußweg, der wie eine Treppe in dem Berg eingehauen war. Die reine Luft des Oelberges verbreitete einen erfrischenden Dust) und hatten die Reisenden von hier die Aussicht auf Jerusalem, welches in einer Ausdehnung zu ihren Füßen lag, zur Linken war bas Thal Josaphat und in der Ferne erblickte man die schwarzen trüben Wellen des todten Meeres. Wir erblicken nun die Reisenden am Ziele angelangt) doch wie so häufig der Sterbliche wenn er nach vielen Beschwerlichkeiten den Gipfel seiner Bestrebungen erklommen zu haben vermeint sich durch einen nicht geahnten gähen Abgrund von ihm getrennt stehet, und sich bewahrheitet: „Du sollst es von fern erblicken, aber nicht dahin kommen", so erging es auch den edlen Pilgern: die in Jerusalem wüthende Pest verhinderte sie an dem Aufenthalte daselbst. Wir vernehmen daher nur einige Notizen über die Umgebung der heiligen Stadt, die wir hier gedrängt wiedergeben wollen. Gelagert auf dem Oelberg empfingen sie Freitag (7. Juni) den Besuch des Gouverneurs Mohammed Djizdar, eines Mannes vom wohlwollendsten Charakter, der ihnen das freundlichste Anerbieten machte, sie nach Hebron und dem todten Meere zu begleiten. Auch wünschte er, daß sie in zwei oder drei Tagen nach der Stadt kommen sollen, wo er sie officiell empfangen und einen Festtag ansetzen wolle. Aber da einige Pestfälle vorgekommen waren, so waren sie entschlossen, an ihrer damaligen Lagerstätte zu verbleiben wo eine gesunde Luft, eine erhabene Aussicht und großartige Erinnerungen dem Geiste Frische und wunderbaren Schwung geben. — Herr ®., der britische Consul, und seine Gattin besuchten sie nun. Ersterer behauptete die vorzüglichste Ursache der Pest sei die außerordentliche Armuth) und Madame U. erzählte, sie habe gesehen wie Manche vor großem Hunger Gras und Unkraut gegessen. Diese düsteren Schilderungen erregten noch mehr in