Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 9 (Dezember 1844)
- Date
- 1844-12-01
- Page
- Seite 345 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine theologische Bibliographie. 345 rechts von jenem des Pinchas' liegt. Zwei kleine Moscheen sind über diesem erbaut) man kam in die erstere durch ein kleines Thor, über welchem eine cusische Inschrift, die die Fatkha (das erste Kapitel des Korans) enthält. Eine große Anzahl hebräischer Inschriften und Lampen bewährten, in welcher Verehrung das Grab gehalten werde. Der ganze Berg ist unterminirt und enthält Gräber von Männern, deren Andenken hochgeachtet ist. Zuletzt kamen sie zu dem Grabe Eleazar's, des Sohnes des Hohepriesters Aaron. Der Weg hierher ist ungemein beschwerlich) das Grab liegt auf dem Gipfel eines Berges und ist von Fichten von ungemeiner Höhe umgeben. Nahe dabei ist eine kleine Höhle, wo die Leute ihr Gebet verrichten) und zur Linken des Einganges stehen in einer Ecke zwei Tafeln mit samaritanischen Inschriften, die von der Heiligkeit des Ortes erzählen. Drei oder vier andere Inschriften, die die Reisenden bemerkten, zeugten ebenfalls von der großen Sorgfalt der Samaritaner für diese heilige Stätte, gegen welche die Geringschätzung, mit welcher Ibrahim Pascha von ihr gesprochen haben soll, sehr abstach. Die Reisenden kehrten hierauf zu ihrem Gefolge zurück und langten denselben Tag um halb sieben in dem Dorfe Sindgil an. Donnerstag, der 6. Juni brachte sie endlich an das Ziel ihrer Reise nach Jerusalem. Sie bestiegen den Djabbal Seluath, gingen durch das Dorf Jabrand und kamen an bei Wady Tin, einem großen Thale, das von beiden Seiten von Felsen mit phantastischer Gestaltung und von angebauten Terrassen umgeben ist, deren eine sich über die andere erhebt und, mit Wein und Feigenbäumen bedeckt, Zeugniß des Fleißes und der Kunst ablegen. Nach einer kleinen Rast ging man weiter nach Tauran, Bet-Hanin, En Abraud und Schabin. — Ueber das was jetzt in den Reisenden vorging, lassen wir das Tagebuch selbst sprechen. „Welche Gefühle den Reisenden ergreifen, wenn er durch die Berge ziehet, in welchen einst die große Macht des Allmächtigen sichtbar weilte, wenn er der Stadt sich nähert, wo Er seinen Namen wohnen ließ, von wo sein Gebot sich über die ganze Welt verbreitete, wo die Größe seiner Heiligkeit in frühem Glanze schien) der Stadt, auf welche, obschon sie selbst in Trauer und Zerstörung und tiefer Trostlosigkeit liegt, die Frommen so vieler Völker so wie ihre eigenen Kinder mit tiefer Ehrfurcht und Bewunderung blicken — welche Gefühle den Reisenden an solcher Stelle ergreifen, und wenn er noch dazu den bezaubernden Tönen des begeisterten Königs Jsrael's horcht, nur Jener, dem einst die Seligkeit wurde, sie selbst zu erproben, er vermag ihre ganze Fülle zu beurtheilen. „Je näher wir nach Jerusalem kamen, desto düsterer der Anblick der Umgebung, desto unftuchtbarer die Gegend. Der Boden war bedeckt mit Dornen und wildem Gesträuch, und schwermüthig stiegen vor unserm Gedanken die Worte des Psalmisten auf: „„Er umwandelt Flüsse in Wüsten Khamar sei (der Vater des Schechem wird schon früher richtig Hamor (Chamorj genannt), weiß Ref. nicht anzugeben. Frankel, Zeitschrift I. 26