Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 9 (Dezember 1844)
- Date
- 1844-12-01
- Page
- Seite 344 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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344 Mgemeine theologische Bibliographie. an mancher Stelle nicht nur felsig, sondern unterminirt. Doch fanden sie sich belohnt durch den prächtigen Anblick der Gegend) Hügel und Thäler, liebliche Gärten und springende Bächlein gaben ein Gemälde ab, welches das Auge eines Salvator Rasa oder Claude Lorraine mit Entzücken würde betrachtet haben. Sie nahten jetzt der Stadt Nablus und erblickten in deren Nähe den steilen Gipfel des Berges Gerisim zur Rechten und die schauerlichen Höhen des Ebal zur Linken. Noch bis heutigen Tag sind die Abhänge des erstern mit den reichsten Geschenken der Natur gekrönt, während der letztere noch jetzt den Eindruck der schrecklichen Sprüche, die von seinem Gipfel verkündet wurden (Deuteron. K. 27.), zu tragen scheint. Sie lagerten sich am Fuße des Berges Gerisim, nahe bei der Quelle Jakobs) und hatten nun auf der einen Seite die Ebene, welche der Patriarch von Chamor dem Vater Schechems gekauft hatte (Genesis K. 33 ), auf der andern Seite den Berg Ebal, im Angesichte das Grab Joseph's, und im Rücken die Stadt Schechen: (das heutige Nablus). — Die Quelle Jakob's hat ungemein treffliches und gesundes Wasser, und die dortigen Bewohner bedienen sich dessen als Heilmittel gegen manche Krankheiten. Unsere Reisenden empfingen hier mehrere Besuche, auch stellte sich ein junger Mann mit einem Instrumente ein, das einer Violine gleich, nur war es statt aus Holz aus Kupfer. Auf diesem Instrument musicirte er und sang dazu bis zum Abend. Den andern Morgen (Mittwoch, 5. Juni) gingen sie zeitlich zum Grabe Joseph's, dessen Mauern ein Viereck mit einem schmalen Eingänge bilden. Das Grabmal hat kein Dach, und die Einwohner versichern, daß man vergebens mehreremal versuchte eine Wölbung über das Grab aufzuführen, sie stürzte stets zusammen. Rechts beim Eingänge stehet der Sarkophag) an jeder Seite sind zwei kurze Pfeiler vor einem breiten Bassin zum Oele, das man bei feierlichen Gelegenheiten anzündet, umgeben. Dem Grabe gegenüber, links vom Eingänge, stehet ein schöner, mit einer andern Pflanze durchflochtener Weinstock, anspielend auf die Stelle: „Joseph ist ein immergrüner Zweig" (Genesis 49, 22). Dem Eingänge gegenüber ist einechebräische Inschrift, die den Namen der Personen, welche die Mauern aufbauten, und das Datum (der Erbauung) enthält. Die Reisenden verrichteten hier ihr Gebet und pflückten einige Blätter von dem Weinstocke, als ein heiliges An-, denken. Sie gingen hierauf durch das Dorf Rugib nach dem Dorfe Awarta, wo sie zuerst das. Grab des -(Priesters) Pinchas' besuchten. Dieses ist sehr gut erhalten. Schöne weiße Mauern bilden ein Viereck, das Grabmal selbst hat einen ungewöhnlich breiten Umfang) und an einem Ende dieses Vierecks ist eine Tafel von weißem Master mit einer großen samaritanischen Inschrift. Von da gingen sie nach dem Grabe der siebenzig Aeltesten *), welches 1) Das Tagebuch erwähnt hier das Grab des Khamar, das auf dem Gipfel des Berges Gerisim ist, und welches ebenfalls die Reisenden besuchten. Wer dieser