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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-12-01 · 9 (Dezember 1844) · p. Seite 341

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
9 (Dezember 1844)
Date
1844-12-01
Page
Seite 341 (sequence 15)
Language
German
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Berichte über Synagoge und Schule. 341 Proben seines Fleißes an den Tag gelegt. Rausnitz hat einen gebildeten und sehr fleißigen Rabbinen, Hr. Mich. Stößel, der aber bei der fast lethargischen Gleichgültigkeit seiner Gemeinde für alles religiöse Interesse weder auf den Gottesdienst noch auf die Jugenderziehung nach dem Maße seiner Kräfte einwirken kann. Kanitz und Pohrlitz verfügen über hübsche materielle Mittel, könnten daher viel für die Erziehung der Jugend thun, doch hören wir nur von einer, seit Jahr und Tag im letzterwähnten Orte beabsichtigten Religionsschule, die aber trotz der Einwilligung des greisen Rab. L. Berlin, nicht in's Leben tritt. Lündenburg erhielt dnrch seinen gebildeten Rabb. Hrn. W. Mühlerad eine gut bestellte, der Normalschule coordinirte hebräische Lehranstalt. Lomnitz hat keinen Rabbiner, verdankt dagegen seinem trefflichen Normallehrer Hrn. Mich. Wolf eine musterhafte Leitung der Jugend und einen geregelten Gottesdienst. Der Abgang dieses wackern Schulmannes, um in gleicher Eigenschaft in seiner Vaterstadt zu wirken, schlägt der gering bevölkerten und mit schwachen Fonds versehenen Gemeinde eine tiefe Wunde. Brünn, die Hauptstadt der Provinz, ist keine Gemeinde, da deren jüd. Einwohner anderswo incorporirt seyn müssen, (wovon nur die beiden, durch den Allerh. Willen in Brünn tolerirten H. H. Gomperz eine Ausnahme machen) doch ist hier ein alter Rabbiner und eine, in ihrem Aeußern etwas modernisirre Synagoge (aber kein jüd. Begräbnißplatz) zu finden. Die hier studirenden jüd. Jünglinge haben keinen eigenen Religionslehrer für ihr Bekenntniß, so wie überhaupt die gesammte Jugend der hiesigen Israeliten keinen regelmäßigen Schul-Unterricht in der Glaubenslehre von einem ordentlich angestellten Subjecte empfängt, was aber nicht der Regierung, sondern einer bereits entschlafenen jüd. Autorität zuzuschreiben ist, die wir nach dem Grundsätze: De mortuis nil nisi bene (im jüd. Leben treffend durch D^np rvtD ’HHK ausgedrückt) nicht weiter durch namentliche Bezeichnung in ihrer Ruhe stören mögen. Doch nur Brünn entbehrt einer Religionsschule, keine andere Hauptstadt! *) Der 1) In Wien und Prag bestehen schon lange dergleichen Religionsinstitute und wir muffen uns sehr wundern, wenn ein Berichterstatter aus Hamburg im Orient Nr. 13 v. I. die Anstellung eines israel. Hülfslehrers für den Religionsunterricht an der Real- und Bürgerschule zu Kassel als etwas bis jetzt Alleinstehendes betrachtet. Dieß berichtigend, bemerken wir zugleich daß in Wien sri'ther Hr. Di*. Saalschutz, dann Hr. Breuer, in Prag aber zuerst Hr. k. k. Schulrath Homberg, daraus Hr. Di*. Wessely von der Regierung angestellt wurden, um der jüd. Haupt-Real- und Gymnastalschuljugend die Glaubens- und Sittenlehre, auch die biblische Geschichte vorzutragen, und deren Klaffenbestimmung ist aus das Weiterrücken der Studirenden, mit der Klassifikation des cbristl. Religionslehrers von gleicher Wirkung. In Wien unterstehen auch jene israel. Jünglinge, die bereits der Universität in den beiden Philosoph. Jahrgängen angehören, der besondern religiösen Obhut des verehrten Seelsorgers Mannheimer, von dessen guter Klasse die Erlangung ihres Absolutoriums abhängig gemacht ist. Ganz neuerlich soll auch Hr. Dr. Wessely das Religionslehramt bei den jüd. Hörern an der Philosoph. Facultät zu Prag erlangt

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