Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 9 (Dezember 1844)
- Date
- 1844-12-01
- Page
- Seite 338 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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338 MeLer die körperlichen Eigenschastm, rc. Ewige bereue," die ^8lfe ist Folge der Schuld, die so groß ist, als wenn der Ewige berbuete. Als Saul dennoch glaubte, durch das Bekenntniß seiner <^unde die Strafe abwenden zu können, sagte Samuel, die Sünde sei so groß, daß der Ewige die Folgen derselben nicht abwcnden wolle, aber nicht aus Reue, die hier nur menschliche Schwäche wäre. Findet der Ewige aber daß die Strafe erlassen werden kann, so heißt es: „Und der Ewige bereuet das Böse, welches er seinem Volke zu thun beschlossen hatte," welches nichts anders sagen will, als daß der Ewige erklärt, daß die Schuld keine so böse Folgen haben soll, Israel ganz zu vertilgen. Daß die Schrift sich aus diese Weise dem menschlichen Ohre verständlich machen will, geht schon daraus hervor, daß gleich nach jeder sinnlichen Vorstellung eine Handlung folgt, aber nicht als Folge des vorgestellten menschlichen 'Affects. Würde die Handlung nicht darauf folgen, so stände der Affect als eine bloße menschliche Schwäche da, als eine Entweihung des Höchsten. So sagt die Schrift: „Und es wird entbrennen der Zorn des Ewigen über euch, und Er wird die Himmel zurückhalten, daß kein Regen komme." D. h.: Euer Abfall ist so sträflich und wird auch so geahndet werden, gleichsam als wenn der Ewige zürnte; würde aber blos stehen: „Und der Ewige wird zürnen über euch," ohne Andeutung einer Strafe, so wäre dieses eine gröbliche Versinnlichung, die keine höhere Deutung zuließe. Daher ist auch die Erklämng deö Rcf. nicht genügend: „Wenn Gott zürnt, so soll dieses nichts anderes bezeichnen als den tiefen Abscheu den Gott vermöge seiner Heiligkeit gegen jede Sünde hegt." Aber das hieße ja eine Versinnlichung durch die andre ausgleichen wollen, oder soll der Knabe wirklich glauben, daß der Ewige Abscheu, sogar tiefen Abscheu hegen kann? Wäre es nicht besser dem Kinde anzudeuten, daß der Ewige die Sünde so bestrafe als hätte er tiefen Abscheu gegen die Sünde? Auf diese Weise erkläre ich in meinem Schuschan-Eduth alle Versinnlichung der heil. Schrift, und sehe ich wenigstens, daß auch der Talmud die Schrift so auffaßt. Bei der Schriftstelle „und es entbrannte der Zorn des Ewigen über Mosche," sagt Rabbi Jehoschua: Allenthalben in der Thora, wo Zorn beim Ewigen steht, zeigt die Schrift sogleich einen 0W)~\ Merkmal an, hier aber steht kein Merkmal, und finden wir auch nirgends eine Strafe, die darauf erfolgt wäre? — (denn Zorn ohne ist ja nur ein menschlicher Affect;) — darauf bemerkt Rabbi Jose: daß auch hier ein Dt^n