Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 9 (Dezember 1844)
- Date
- 1844-12-01
- Page
- Seite 337 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Reformbestrebungen und Emancipation. 337 So rechnen wir das Verlangen nach deutschen Gebeten, abgesehen von den Vortheilen die uns das hebr. Gebet bietet, zu der lächerlichen Ostentationssucht, und glauben, daß die Jugend, wenn sie nur religiösen Ernst und guten Willen genug hat, zur Erlernung ihrer Gebete mindestens ebenso gut Zeit finden wird, als zur Erlernung französischer oder lateinischer Vocabeln. Dann erst, wenn man in Wahrheit Anstalten zur Veredlung und Kräftigung des Charakters, zur Hebung des religiösen Sinnes trifft, ist man auch andererseits berechtigt im Interesse der Religion, manche Aenderung, manche Erleichterung in gleicher Berücksichtigung des Gesetzes und des Zeitbedürfnisses zu treffen; und dann erst wenn wir unfern Vorgängern die ihnen gebührende Ehre und Hochachtung zollen, und wie sie in auftichtigem Streben zur Erhaltung der Religion verfahren, dürfen auch wir für unsere Vorschläge auf Vertrauen und Einfluß hoffen. Und je unabhängiger unsere Reformbestrebungen sich von äußern Rücksichten halten, desto ehrenvoller und würdiger werden wir die Emancipation, die uns doch endlich werden muß, erlangen, und desto gesicherter wird unsere Consession von äußern Eingriffen bleiben. Arber die körperlichen Eigenschaften) welche die heilige Schrift dem Ewigen Mschrribt. Im Julihest Ihrer so mit Recht geschätzten Zeitschrift, steht ein trefflicher Aufsatz: „wie der Religionsunterricht der israelitischen Jugend beschaffen sein soll." — Es heißt darin: „wie sie, die Schrift, vor jeder Versinnlichung warnt" ff. — und findet sich, als Beweis gegen die buchstäbliche Auffassung der Anthropomorphie und der Anthropopathie in einem und demselben Zusammenhang die Anthropopathie und ihr sie aufhebendes Correctiv. Z. B.: „Es reuet mich daß ich Saul zum Könige eingesetzt habe." und zugleich daraus: „der Ewige Israels lügt nicht, und ihn reuet nicht."-So richtig dieses ist, so reicht es doch nicht aus, dem Kinde einen klaren Begriff von der Bibelsprache su geben. — Es gibt, glaube ich, nur eine Regel, die man dem Kinde als Schlüssel zu aller biblischen Versinnlichung aufstellen soll, daß nämlich die Verkörperung nur den hohen Grad der Schuld anzeige. Wenn der Ewige zürnend, bereuend, hassend, zur Strafe auftritt, so soll es nur das Strafbare der Handlung bezeigen. Will die Schrift z. B. anzeigen, wie sehr Saul gefehlt habe, so sagt sie: „der