Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 8 (November 1844)
- Date
- 1844-11-01
- Page
- Seite 320 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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320 Allgemeine theologische Bibliographie. Don den vornehmsten Personen der verschiedenen (portugiesischen, deutschen russischen) Gemeinden, und allenthalben wurde das Vorhaben M's. mit vielem Beifall ausgenommen. Ein fettes Schaf, das die Frauen des Musselim nach morgenländischer Weise bei ihrem Besuche mitgebracht hatten, wurde geschlachtet und die nach Deuteronom. 18, 3 dem Priester abzuverreichenden Stücke einem solchen übergeben. Den andern Morgen besuchten unsere Reisenden zu Pferde die Festung, die Bäder und das Grab des R. Jochanan ben Saccai, in dessen Nähe sich die Gräber des R. Ammi und R. Aschi befinden, und dem ersten gegenüber das des berühmten Verfassers des Schne Luchot Habbrit (Schelah); höher hinauf gegen Norden ist das Grabmal des Maimonides. Sie stiegen bei jedem dieser Gräber ab und verrichteten ein kurzes Gebet für Hie Ruhe des Hingeschiedenen. An dem Gipfel ist das Grab des R. Akiba, in dessen Nähe seine zahlreichen Schüler beerdigt sein sollen. Abwärts ist der Berg sehr steil und enthält zwei Höhlen, deren eine links die Hülle des R. Kahana, die andere rechts die des R. Jeremia birgt. — In einer Entfernung von zehn Minuten von den Gräbern lagen mehrere Bruchstücke von granitnen Säulen auf deur Boden umher; nur eine stand aufrecht. Diese Säulen sollen die Ueberbleibsel des bekannten' Collegiums Vene Amude sein, das vor fünfzehnhundert Jahren blühte. Ungefähr in der Mitte des Berges ist das Grab des R. Meir Baal Hannes. Die Araber zollen den Gräbern gelehrter und redlicher große Achtung und Verehrung. Bei ihrer Zurückknnft empfing M. einen Brief mit der Unterschrift und dem Siegel der Häupter der verschiedenen Gemeinden, in welchen sie ihn ersuchten, bei dem Pascha von Egypten die Bitte einzulegen, die seit 1837 zerstörten Festungswälle wieder herzustellen, da jetzt die Stadt, das Leben und Eigenthum der Einwohner wenig gegen die Drusen oder gegen jeden andern Feind gesichert sei. Auch der Kadi überreichte im Namen der moslemitischen Einwohner eine arabische Bittschrift desselben Inhalts. M. versprach ihr Verlangen zu erfüllen. — Eine arme Araberin, der sie einen Dollar gesendet hatten, brachte der Lady M. eine große Schüssel Apricosen und mehrere riechende Rosen aus einer Entfernung von einer halben Meile. Ein Maß Korn war seit der Ankunft der Reisenden von fünf Piastern auf zwei gefallen; der Mangel an baarem Gelde und weil Alles auf Borg genommen werden mußte hatte die frühere Theurung verursacht; *) auch war für dieses Jahr eine gute Aussicht auf eine gesegnete Erndte. Den 1. Juni stand M. und seine Gattin Gevatter bei einem Kinde. Nach vollendeter Ceremonie fanden sie bei ihrer Nachhausekunst Briefe von dem englischen Consul, welche bestätigten, daß die Pest in der heiligen Stadt ausgebrochen sei, doch nicht in sehr beunruhigendem Grade. Hinzugefügt wurde, wie das Volk (zu Jerusalem) in großer Bestürzung sei, weil man 0 Dieses gibt einen ungefähren Bericht, wie reichlich in edle M. seine Spenden vertheilt.