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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-11-01 · 8 (November 1844) · p. Seite 319

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
8 (November 1844)
Date
1844-11-01
Page
Seite 319 (sequence 33)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. 319 (von europäischen Almosen) bot. Kraft und Talent, sagten sie, finden sich vor: wir bedürfen nur Schutz und Ermunterung. Möge das Vorhaben gelingen. 0 Der Musselim sendete eine schöne, erst eine Woche alte Gazelle zum Geschenk, die die Reisenden mit nach England zu bringen hofften. — Die Nachrichten über Jerusalem lauteten indeß traurig: die Pest grassirte daselbst, man sandte daher Briese an den englischen Konsul so wie an den Oberrabbiner zu Jerusalem um die genaueste Auskunft einzuziehen. Mittwoch den 29. Mai zeigte das Thermometer in der Nacht 80°, den Morgen 76 °. Um halb fünf stand man auf und kam zu Pferde zu den von Ibrahim Pascha an den Ufern des Sees errichteten Bädern. Das Wasser entspringt aus einer heißen Quelle im Berge. Die Bäder sind aus weißem Marmor erbaut und mit diesem Material gepflastert. Manches Bad saßt hundert Personen, doch sind auch daselbst zwei kleine Bäder zum Privatgebrauche, jedes mit einem Zimmer versehen. -- Man kam bei diesem Ercurs vor manchen großen Säulenfragmenten vorüber, die zerstreut herumlagen und auf die einst hier gestandene mächtige Festung Hinweisen, die nun aber durch das Erdbeben zerstört war. Ebenso waren die Häuser in der Nachbarschaft der Stadt in jämmerlichem Zustande. Mehrere waren durch das Erdbeben ganz zerstört und an deren Stelle erhoben sich elende Zelter. Zum Glück für das bedauernswerthe Volk ist die Gegend reich und fruchtbar. Unter andern wilden eigenthümlichen Pflanzen erhebt sich der Stech- Birnbaum (priekl^-pear), der eine gigantische Höhe reicht und einen nicht zu verachtenden Wall bildet. Bald nach dem Frühstück besuchten die drei Frauen des Muffelim, begleitet von einem schwarzen Sclaven und mehreren Sklavinnen Lady M. Sie schienen zwischen zwanzig und fünf und zwanzig Jahre alt zu sein und waren tief verschleiert, legten aber nach ihrem Eintritte den Schleier ab und setzten dafür ein mit goldenen Borten und andern Stickereien besetztes Tuch auf. Ihre Hände waren tätowirt und ihre Nägel mit Honna bestrichen, doch wollten sie nicht neben einem Mann sitzen, und nur M. und Dr. L., letzterer als Dolmetscher, waren gegenwärtig. Ihre Unterhaltung war sehr lebhaft und sie drangen in Lady M., daß sie sie besuche und mit ihnen in's Bad gehe und den See befahre. Sie erzählten, daß der Musselim noch eine Frau heirathen wolle, die lesen kann und es ihnen lehren werde. Dieser Gedanke schien ihnen viele Freude zu machen, und sie bestätigten die Meinung, die Buckingham in seinem Werke ausspricht, daß die Vielweiberei den türkischen Frauen selbst angenehm sei. Sie erwähnten übrigens, daß der Muffelim keinen Unterschied zwischen ihnen mache: gibt er der Einen ein Geschenk, so gibt er ein solches auch der andern, und sie leben sehr glücklich untereinander. Diesen und den andern Tag empfingen unsere Reisenden fernere Besuche *) Wir werden weitere Auszüge aus andern an M. gelangten Adressen und Berichten hinsichtlich des oben erwähnten Projekts geben.

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