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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-11-01 · 8 (November 1844) · p. Seite 315

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
8 (November 1844)
Date
1844-11-01
Page
Seite 315 (sequence 29)
Language
German
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Bericht über Synagoge und Schule. 315 finden. Und ihm dürste es wahrlich nicht schwer werden, die Anmaßung und den Eigendünkel durch den würdigen Ernst unb das Bewußtsein der Wissenschaft in ihre Schranken zurückzuweisen, die Arroganten unter unseren Rabbinatscandidaten ihrer Oberflächlichkeit zu überführen, manchen Naseweisen in der gebührenden Entfernung zu halten, und neuen Aufschwung in den zu Rabbinen sich bildenden jungen Männern hervorzurufen, indem sie an Gründlichkeit und reelles Forschen und Wissen gewöhnt werden. Auf diese Weise würde R. auf folgende Geschlechter hinauswirken, würde sein Name nicht nur durch gelehrte Werke sondern durch von ihm zu würdigen Rabbinen gebildete Männer genannt werden, und er für konlmende Zeiten Segen zurücklassen. — Daß übrigens R. an dem Rabbinerseminar, das'hier errichtet werden sollte, an seinem Orte gewesen wäre, ist allgemein anerkannt; allein dieses Seminar gehörte mit zu den schönen Träumen, die wir hier oft haben, für die man sich aber vergebens nach dem Deuter umsteht. Es war ein Nachtgesicht, eine Wiederspiegelung der im Auslande angeregten und einiges Aufsehen machenden Idee einer jüd. Fakultät. Allein so wohl im Auslande als bei uns wurde der Gedanke nicht in würdigem Ernste empfangen, sondern war er im Mutterleibe der Eitelkeit geschwängert und aus diesem Schaume erzeugt, daher er auch auf kein Gedeihen rechnen konnte. Ueber andere religiöse Thätigkeiten unserer Rabbinatsverwalter, wie über die ReligionsPrüfungen und Beiziehungen zum Schulunterricht wird ein zweiter Artikel Nachricht bringen, der zugleich auf das allgemeine Verhältniß der böhm. Rabbinen eingehen wird. Doch können wir uns von dem Synagogenwesen Prags nicht trennen, ohne des hiesigen Tempels einiger Erwähnung zu thun. Kann man es überhaupt nur als ein zu übertriebenes Gefallen an Modernem ansehen, daß man neueren mit verbessertem Ritus ausgestatteten israelitischen Gotteshäuser Tempel nennt, eine keinesfalls characteristische Bezeichnung, so man nicht das Adjectiv „jüdischer" hinzusetzt und ihren eigentlichen Namen „Synagoge" zurückweist, so dürste dieser Tadel in Prag um so gerechter sein, da eine frühere Synagoge in den Tempel umgewandelt wurde und man also mit den alten Betern und dem alten Ritus auch den Namen austrieb. Doch wir gehen von dem Namenstreite ab und verweilen bei der Entstehung und Gestaltung des Tempels. Das Verlangen nach einem geordneten Cultus war hier schon seit vielen Jahren rege und es wirkte, da Wien so häufig von Pragern besucht wird, der dortige Tempel viel auf die Erweckung eines solchen Wunsches ein. Aber die Schwierigkeiten waren unabsehbar, da zur Bewerkstelligung das Interesse unserer Großen (Reichen) geweckt werden mußte; und wie wenig von dieser Seite auf religiöse Synrpathien zu rechnen sei, ist aus der früher (vgl. Septemberhest) entworfenen Skizze leicht zu ersehen. Ein öffentlicher im Jahre 1831 in der hiesigen Zeitung ergangener Aufruf, der noch dazu den Namenstag des verstorbenen Kaisers Franz als Stützpunkt nahm, spielte diesen Gegenstand auf das Forum der Oeffentlichkeit mW noch dazu der christlichen hinüber,

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