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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-11-01 · 8 (November 1844) · p. Seite 304

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
8 (November 1844)
Date
1844-11-01
Page
Seite 304 (sequence 18)
Language
German
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304 Die Rabbinerverscimmliing zu Braunschweig. wissenschaftliches Moment, aber einen an Wortspielen reichen, unziemenden Humor zeigen. Auch wird angeführt, „es muß so viel Zeit für die unentbehrlichen wissenschaftlichen Gegenstände verwendet werden, baß keine übrig bliebe, um hebräisch zu erlernen." Und dieses wird in einer Rabbinerversammlung mit der naivsten Unbefangenheit ausgesprochen, wird so apodictisch behauptet als wenn die heiligste Wahrheit hier vorgetragen worden wäre, als ob bei mehr Besonnenheit man nicht zurückstehen würde es zu bekennen, daß man bei so vieler Zeit, die bei unserer Jugend auf Unbedeutendes, auf Modethorheiten verwendet wird, es gerechtfertigt findet, daß das Hebr. verdrängt und die Sprache, in welcher der Glaube zu uns herüberspricht, in Vergessenheit gerathe! Wie sonderbar, ja wie lächerlich der Antrag, »“iDW und zeitgemäß zu machen" Vielen und auch dem Unterzeichneten erscheint, welche unwürdige Vermäntlung in der Bemerkung eines Redners liegt „die Frage ist ja nicht ob und abzuschaffen sei, sondern ob es im öffentlichen Cultus entweder zu verbessern, oder nur dem Privatgottcsdiciiste zu überlassen sei" (S. 59), als wenn letzteres nicht ein Abschaffen wäre, wollen wir', um nicht zu bitter zu werden, übergehen. Nur eine Aenßerung können wir nicht unterdrücken. Man hört von vielen Seiten darüber klagen, daß mehrere Mitglieder dieser Versammlung ganz unbekannte Männer waren. Wir halreu diese Klage für sehr ungerecht: es leuchtet manches Licht im Verborgenen, und nicht verfaßte Werke muß das Wissen für sich anzuführen haben; sein innerstes Kennzeichen ist Bescheidenheit und ein sehr zu ehrendes Mißtrauen gegen sich selbst. — Aber tief verletzend ist die Zuversicht, mit der hier aufgetreten wird, die Sicherheit mit der mancher Redner, den wir erst hier kennen lernen, aburtheilt und vorschlägt nnd unbedenklich ausspricht: „der freie Wille des Volkes hat die Talmudisten anerkannt, er wird auch uns anerkennen: wir sind auch Talmudisten" (S. 59); tief verletzÄid die Selbstgenügsamkeit, mit der sich hier Jedermann geltend macht, als hänge von seinen Ansspruche die Gestaltung des ganzen Judenthums ab, als gebe es außer dieser Versammlung nicht Männer, die forschen und prüfen können, Gelehrte, sie seien beamtet oder nicht, die wohl noch ein Urtheil zu fällen im Stande sind und vor denen man doch eine gewisse Scheu zu beobachten hatte. — Dieses war die Versammlung sich selbst schuldig, hatte sie nach dem im Judenthume und auch im Volke noch Geltung habenden Princip der Wissenschaftlichkeit, zu beobachten. Mer was wir noch mehr bedauern, ist — mit ehrender Aus-

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