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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-11-01 · 8 (November 1844) · p. Seite 303

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
8 (November 1844)
Date
1844-11-01
Page
Seite 303 (sequence 17)
Language
German
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Die Rabbincrversaminlung zu Braunschweig. 303 mit welcher wir ihr anhängen; wir selbst, wir in ihr geboren nnd erwachsen und die wir sie mit der Muttermilch eingesogen und mit heiliger Ehrfurcht für sie erfüllt sind, wir tragen in uns den Umfang dieser Innigkeit. Und sie konnte einer Versammlung von Rabbinen und Predigern nicht entgehen; ein kaltes Räsonnement über dieNothwendigkeit der hebr. Sprache beim Gebete war hier nicht an ihrem Orte. Für nothwendig als den alleinigen Ausdruck des Betens gab sie Niemand aus: Gott verstehet jede Sprache; fiir nothwendig dem jüd. Beter wird sie erklärt: eine subjective Nothwendigkeit? Aber wir haben es hier mit bestimmten Subjecten, mit den Juden zn thun. Und wie man sich anstellte als habe man hiervon nur eine schwache Ahnung! Ein Redner führt an (S. 50): „Buchstabengötzendienst ist auch Götzendienst," und meint „der Buchstabe tödtet, der Geist macht lebendig." Allenfalls sehr glänzend! — Es scheint auch für die Beibehaltung des Hebr. beim Gottesdienste der Grund angeführt worden zu sein, (die Protocolle sind gerade da, wo es dem Für galt, sehr kurz), weil hierdurch sich ein heiliges Band um Israel schließt. Und dieses ist sehr triftig: es wird allenthalben in einer Sprache zu Gott gebetet; und wohin nun der Jude kommt und Glaubensgenossen begegnet, findet er eine Stätte, wo er mit ihnen zugleich seine Andacht verrichtet, in ihrer Mitte in ihren Gebeten sein Herz zu Gott ergießt und sich so des Wohlthuenden der öffentlichen Andacht erfreut. „Wehe uns wenn es kein anderes Band gäbe für Israel als die Sprache. Das Band wäre längst zerrissen" ruft ein Redner (S. 50), und übersieht welches Band hier gemeint sei. Ein anderer Redner (S. 51) fühlt schon wieder den Conflict der Zeit — hier in ihrer eigentlichen Bedeutung, — die für Erlernung dieser Sprache nicht erübrigt werden könne, und findet, was man sonst noch will, ganz recht. Doch scheint er bald darauf (S. 59) seine Ueberzeugung schon etwas geändert zu haben. Ein anderer Redner (S. 55) der sich einmal in die Trennung des Religiösen vom Politischen verliebt hat, über die aber seinen eigenem Geständniffe nach man sich schwer aussinden kann (S. 29), verwirft aus Staatsrücksichten die hebräischen Sprache, „weil sie nur ein nationales, kein religiöses Band sei."' Solcher Frevel wird mit Heiligem getrieben, und wird es vielleicht noch als Verbrechen gegen den Staat denuncirt werden, daß wir hebräisch beten wollen! — Aber die Discussion ist noch nicht erschöpft. Es erheben sich Redner — und unter diesen selbst mancher Radicale — für das hebr. Gebet; nnd will Einer, daß die Jugend vor Allem hebräisch lerne. Nun kommen (S. 57) Widerlegungen, die zwar kein

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