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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-11-01 · 8 (November 1844) · p. Seite 293

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
8 (November 1844)
Date
1844-11-01
Page
Seite 293 (sequence 7)
Language
German
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Die Rabbiiterversammlung zu Braunschweig. 293 in uns einen tiefen Vorwurf, eine innere Entzweiung zurückläßt: der Drang der Umstände kann nur eine Entschuldigung nicht aber eine Rechtfertigung bieten. Die religiöse Umsicht soll nun nach allen Seiten erwägen, wo eine Aushilfe zu finden sei: nicht gleich bei Reformen angefangen; dieses ist wahrlich ein gar zu leichtes und mitunter auch ein gar zu schlechtes Mittel. Man weiß keinen Ausweg? Doch so wie man sich versammelt und Commissionen niedersetzt um dem Glauben abzudringen, so denke man auch nach wie man dem Leben etwas abdringe und dem Göttlichen den Sieg verschaffe; auch nach dieser Seite hin werde die Aufmerksainkeit gerichtet und schrecke, wie man es hinsichtlich des Glaubens thut, auch hier der Gedanke an die Fruchtlosigkeit des Aufsuchcns eines Auskunftmittcls nicht zurück. - Daß ferner die religiöse Umsicht so wie überhaupt der religiöse Sinn sagen wird, daß man nicht nur um zu reformiren sich versammeln soll, sondern daß die Zeit auch Positives verlange und manche Lücken auszufüllen seien, zeigt die Gegenwart nur zu deutlich. Daß auch Wissenschaftlichkeit mit zu den vorzüglichsten Anforderungen gehöre, bedarf kaum einer Erwähnung. Das „im Amte stehende Männer" hat nie im Judenthum großen Einfluß geübt, und kann vorzüglich bei der in unserer Zeit an den meisten Orten so mangelhaften Gemeindeverfaffung, die es unentschieden läßt, ob der im Amte stehende Mann durch Wahl einiger Oligarchen oder der Gemeinde der Mann des Amtes sei, nur in geringen Anbetracht kommen. Das Judenthum hat aber sein eigentliches Lebenselement in der Wissenschaftlichkeit: von ihr muß selbst das reformatorische Wirken durchdrungen sein, in der Wissenschaft soll es seine Basis haben, und auch wenn es von den Rabbinen ausgehet, gewinnt es nur in den Augen des Volkes an Gewicht, wenn Dieses zu der Wissenschaftlichkeit Jener Vertrauen fassen kann. Wir gehen über manche andere Anforderungen weg und heben hier nur noch heraus, daß das ganze Streben einer in Rede stehenden Versammlung von einem von der Wahrheit durchdrungenen würdigen Ernst zeigen muß. Die Wichtigkeit des Vorhabens, die große Verantwortlichkeit, die übernommen wird, die kaum berechenbaren Folgen, das religiöse Gefühl, das belebt werden soll, Besprechungen in Angelegenheiten Gottes und für Gott, sie erftillen Jenen, der sie nach ihrem Umfange erfaßt, mit gewichtigem Ernst, erheischen eine gediegene besonnene Behandlung. Neben solchem Ernst muß auch tiefe Wahrheitsliebe hervortreten, daß jede Rücksicht gegen Außen zurückgedrängt werde und Aeußeres nie ein Motiv des Wortes und des Vorschlages

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