Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 7 (Oktober 1844)
- Date
- 1844-10-01
- Page
- Seite 269 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Allgemeine theologische Bibliographie. 269 bei einyn neugeborenen Kinde eines R. Israel gebeten waren. Von einer Anhöhe herab hatten sie auf ihrer Reise den entzückenden Anblick des Sees von Tiberias und weiterhin den Jordan, hierauf bestiegen sie das Vorgebirge des Berges Senir, wo ihnen der Hermon zur Linken lag und ihr Auge mit tiefer Ehrfurcht bei den Gräbern, den stillen Ruheplätzen der Frömmigkeit vergangener Zeiten, weilte. Ihre Begleiter, sechs Juden aus Zafed, beschrieben ihnen die Gegend und zeigten manche Kenntniß der Agrikultur, die sie aus Mangel an höherem Schutz nicht ausüben konnten. Die Reisenden wurden mit einer Herzlichkeit ausgenommen, die den Lurus und andere Bequemlichkeiten reichlich ersetzte; und sie kehrten nach beendigter Festlichkeit in der Nähe der „Quelle Baraks," die sie aber wegen der drängeirden Zeit nicht mehr besuchen konnten, nach Zafed zurück. — Am 24. theilte nun der großherzige M. seine Wohlthaten aus, wobei auch das kleinste Kind nicht vergessen wurde. Die Freude an dem Wohlthun wurde durch die Trauer über den Anblick so großen Elends gestört. — Die meisten Kinder waren schön; bei den Frauen hatten Mangel und Entbehrungen zeitlich die frühere Blüthe vernichtet. Im Allgemeinen sind die Frauen von der bessern Klasse wohlgestaltet und die Männer thätig und begierig nach Arbeit; auch würde es ihnen nicht an Mnth und Kraft gebrechen sich gegen die feindlichen Angriffe (der Drusen) zu vertheidigen, hätten sie einen Anführer und hinreichende Waffen. — In großer Angst wurde der 25. Mai verbracht. Zwar ein Ruhetag (Sabbath), aber getrübt durch die Nachricht, daß die Pest zu Jerusalem wüthe. Ein Mann, der den Tag vorher aus Tiberias angekommen war, theilte einen Brief mit, in welchem ihm aus der heiligen Stadt gemeldet wurde, daß daselbst drei Personen an der Seuche gestorben seren und man noch überdieß in großer Furcht wegen des Krieges (zwischen dem Sultan und dem Pascha von Egypten) schwebe. Die Reisenden fingen an zu fürchten, daß sie nicht die heilige Stadt erreichen und in Person dem Elende ihrer Brüder werden abhelfen können. Sie beschlossen nähere Erkundigung bei Herrn A. hierüber einzuziehen, und wie es sich mit der Quarantaine verhalte. Als sie hierauf nach abgehaltenem Gottesdienste in der deutschen Synagoge ihr Frühstück im Freien hielten, wurden sie wieder von zwei berittenen Drusen gestört, die sich neben sie setzten und ein Gespräch anzuknüpfen suchten. Man nahm sie kalt auf, und sie lagerten sich unter einem Baum und suchten sich an die Janitscharen anzumachen. Es gesellten sich zu ihnen zwei andere, wildblickende Bergbewohner. Unsere Reisenden hatten sich schon früher zurückgezogen; doch waren sie die ganze darauffolgende Nacht sehr auf ihrer Hut; dem Gefolge wurde doppelte Wachsamkeit eingeschärst und in den Zimmern überall geladene Gewehre aufgestellt. Doch ging die Nacht ohne Störung vorüber; und wurde der andere Tag wieder milden Zwecken gewidmet. Montag den 29. Mai reiste man endlich von Zafed ab. Vorher gingen die Reisenden in die Synagoge des R. A. Dob zum Morgengebete. Jeder, der zum Sefer gerufen wurde, segnete sie und sprach sein Gebet für ihre , glückliche Reise aus. Nach dem Gebete gab ihnen der Rabbi seinen Segen.