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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-10-01 · 7 (Oktober 1844) · p. Seite 267

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
7 (Oktober 1844)
Date
1844-10-01
Page
Seite 267 (sequence 21)
Language
German
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Bericht über Synagoge und Schule. 267 ursacht zu haben, es gibt einen Seelenftieden und einen ruhigen Schlaf, wie er nur den Lieblingen des Himmels verheißen ist. — Eine fernere hervorstechende Anomalie, daß während die Vorsteher einen Gehalt beziehen, die Mitglieder des Rabbinats nur auf Sporteln und milde Gaben angewiesen sind, muß hier hervorgehoben werden. Das Rabbinat bildet also das Ehrenamt, der Verstand wird besoldet: zeige man uns noch ein solches Verhältniß! Wie schädlich übrigens diese auf drei Individuen sich beschränkende Vertretung auf unsere Verhältnisse einwirkt, ist bei Vacanzen der Rabbinatsstellen schon einigemal in einer Weise hervorgetreten, die den tiefsten aber freilich nur passiven Unwillen erregte. Die Gemeinde selbst und ihre Bedürfnisse wurden gar nicht in Anschlag gebracht, es war nur darauf abgezielt, dem nicht fügsamen Rabbinatsverwalter durch den Neugewählten einen Possen zu spielen und in diesem eine bereitwillige Maschine zu finden. Wir danken um so mehr der Vorsehung, daß wir in unseren Rabbinen selbstständige Männer besitzen, die die Wichtigkeit ihres Berufes und die Heiligkeit des von ihnen verwalteten Amtes erkennend, den beabsichtigten Erwartungen nie entsprechen würden, wie precär auch ihre Subsistenz und reich an Verdrüßlichkeiten ihre Stellung sei. Wir erwähnen gern rühmend des zweiten Rabbinen, Herrn S. Freund, der, wie er auch in mancher andern Hinsicht seine Aufgabe nicht zu erkennen und seine Mission nicht ganz aufgefaßt zu haben scheint, da wo es gilt der Anmaßung oder dem unbilligen Verlangen entgegenzutreten, männliche Kraft und unbiegsame Rechtlichkeit entwickelt. Und zu welcher Hoffnung berechtigt nicht die Aussicht, daß endlich unser geehrter R. seine Friedensliebe mit Energie paare) er, der bei den hiesigen Behörden so angesehen ist und an der Spitze eines Collegiums stehet, das von jeher der Achtung und Anerkennung von oben sich zu erfreuen hatte, er strebe dahin, daß Religionsbehörde und Gemeindevorstand im Vereine auf das Ziel losgehen, wo es der Ausführung des Guten gilt, weise aber im Bewußtsein seines Amtes jeden Ein- und Uebergriff kräftig zurück, erkenne, was zum Ressorte des Rabbinats gehört und suche sich in dessen Kreis ein selbstständiges Wirken zu erringen. Und wie viel ist noch im Fache des Synagogen- und Unterrichtwesens zu thun, wie sichet hier Alles der Hand des Meisters und Ordners entgegen? Von den hiesigen neun großen Synagogen, (wir wenden uns für jetzt von den vielen kleinen, größtentheils auf Fundationen beruhenden Synagogen ab), wurde eine in den sogenannten „Tempel" umgewandelt und herrscht dort der neue verbesserte Ritus. Die andern acht Synagogen bleiben sich selbst überlassen, und ist hier eine in unserer Zeit um so greller abstechende Unordnung, Verwirrung und Ungeregeltheit des Gottesdienstes heimisch. Forschen wir nun von wem die Verbesserung ausgehen soll, so kann vernünftigerweise die Antwort nur dahin ausfallen: von dem Rabbinat, das die Verbesserung anordnet und von dem Vorstand, der sie ins Werk setzt. Und hierdurch wurde wahrlich noch immer nicht Veranlassung zur Klage über Gewissensverletzung, über Eingriffe in Hergebrachtes und mit Recht Liebgewordenes 20*

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