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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-10-01 · 7 (Oktober 1844) · p. Seite 255

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
7 (Oktober 1844)
Date
1844-10-01
Page
Seite 255 (sequence 9)
Language
German
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Reformbestrebungen und Emancipation. 255 Stelle des allgemein geltenden setzen, sie im Judenthum nicht nach den besseren Quellen noch nach der Auffassung der Gegenwart fragen, sondern nach selbst gebildeten, ans alten von den Juden kaum gekannten Scharteken zusammengezimmerten Vorstellungen beurtheilen und verurteilen; daß wie im Leben die ganze Judcnheit für das Vergehen Einzelner solidarisch verantwortlich gemacht wird, so irr der Literatur jeder vereinzelte ungemäße Ausspruch irgend eines Rabbi sogleich zum Ingredienz des Judenthums gestempelt wird. Und ein solches Verfahren soll dann ans die Praxis des Staates schinählichen Einfluß üben! Es gehört wahrlich keine Gelehrsamkeit, sondern nur die Redlichkeit dazu, das orthodoxe Judenthum nach seiner Wahrheit und das Christenthum nach seinem gegenwärtigen Bestände^ wie es in Kirchen und Schulen gelehrt, und in Catechiömen vorgeschrieben wird, zu prüfen, um zu sehen, ob das Judenthum den Kürzern ziehe. Wie sollet! wir das begreifen: Mose's ewiger Gott ist Gegenstand eines kalten, wandelbaren, unfruchtbaren Glaubens,? Wie sollen wir es begreifen, wenn es an einer andern Stelle dieses Werkes (Fortbildung des Christenthums u. s. w.) heißt: das Judenthum bxgnügt sich mit der Erkenntniß des reinen Deism, dringt nicht ins Leben, in das Gemüth? Moses sei selbst noch nicht über die Unkörperlichkeit Gottes im Klaren gewesen, weil Erod. 24, 10.11. bildlich dargestellt wird, wie die Edlen Israels Gott klarer erschauten, als das Volk unten, von welchem es V. 17 wiederum bildlich heißt, es schaute nur eine feurige Erscheinung, während es Jenen vergönnt war, sich mehr zu ihm zu erheben, ohne daß Gott Hand an sie legte, weil sie nicht weiter vordrangen, als ihnen V. 2 geboten war? — Wie? Mose's ewiger Gott sei Gegenstand des kalten, wandelbaren unftuchtbaren Glaubens? Hat er sich nicht bestimmt genug geoffenbart als das persönliche uranfängliche ewige Wesen, das die Welt ans dem Nichts ins Dasein ries, für die Erhaltung und Fortpflanzung der Geschöpfe sorgt, den Menschen als sein Ebenbild durch vernünftigen Gehorsam zur Vollkommenheit erzieht? Lesen wir dies nicht in den ersten Kapiteln der Genesis? hat er sich nicht bestimmt genug ans Sinai geoffenbart in seiner allwaltenden Vorsehung und Gerechtigkeit, mit welcher er die Unterdrückten aus dem Sclavenjoche befreit und den gewaltigen Tyrannen strafend zur Anerkennung des höchsten Wesens zwingt; und ist es nicht gerade das A. T., welches in allen Begebenheiten der Völker und Individuen den Finger Gottes sieht und zeigt, Alles auf ihn bezieht? Und sind nicht die Propheten, die Psalmen, die Sprüche Sal. ein hundertfältiges Echo der unmittelbar in das

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