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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-09-01 · 6 (September 1844) · p. Seite 246

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
6 (September 1844)
Date
1844-09-01
Page
Seite 246 (sequence 40)
Language
German
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246 Recenfiorien. wer steht hier nicht das Zeichen der Unwissenschastlichkeit, die sich überall nach Alliirten umsteht, nach allen Seiten Komplimente spendet, damit im Fall eines Angriffs ihr allseits beigesprungen werde. Er gehet zu der Zeit des zweiten Tempels über und führt an: Die jüd. Kolonisten dachten nach der Rückkehr ins alte Vaterland gar nicht daran, daselbst einen neuen Staat mit der ehemaligen Staatsverfassung zu gründen. Sie wollten (!) und konnten sich von dem persischen Staatsverbande nicht trennen. Einen Tempel bauen u. s. m. wollten sie ... eine Kirche ff. gründen, die Religion sollte ein geistiges Band werden, welches sämmtliche Individuen miteinander verbinde . Dieses Streben dauerte fort bis durch den Syrerkrieg ein neuer Thron und ein neues Königthum in Judäa gegründet wurde und ein neues Staatsleben seinen Anfang nahm. Die mosaische Staatsverfassung war längst antiquirt. Alle jetzt vorhandenen Elemente waren religiöser Natur, und auf diese mußte der neu geschaffene Staat gegründet werden; das religiöse Element blieb das überwiegende. Es mußte eine neue Grundlage ersonnen werden; wo der natürliche Schriftsinn widerstrebte, mußte die Tradition aushelfen ff Die Juden nach der Zerstörung des zweiten Tempels nahmen daher einen ganz andern Standpunkt ein, als einst ihre Vorgänger in Babylon ff Der Verf. bewegt sich unaufhörlich in diesem Gedankenkreise und kommt unzählige Mal auf die Lieblingsidee zurück, daß unter den Makkabäern der Staat gewaltsam in die Religion hinein versetzt wurde, während bis dahin Staat von Religion getrennt war. Auffallend ist es, wenn ein Autor einen fremden Gedanken (denn dieser findet sich wirklich bei Jost 3 V. K. 2. 3. 4.) so oft wiederholt, ohne dessen Gehalt und Gründlichkeit zu prüfen, neue Beweise dafür aufzufinden oder ihn zu widerlegen, was doch die eigentliche Function des strebsamen, denkenden Geistes ist, wie schon die Alten sagten: lüH pHD3 W pH- Doch man wird an Jeremias 23, 31 und an die dort erwähnten Propheten erinnert: DfcO 1DNJP1 DJHJ6 DTij^n- Da nun der Verf. nichts Eigenthümliches^ hat und nur Jost nachschreibt, so wenden wir uns zu diesem, müssen aber vorher noch die Unredlichkeit des Verf. sowohl gegen alte als neue Autoren rügen. Wenn der Verf. hier, wie der ganze Zusammenhang zeigt, die Tradition als Trugwerk hinstellt, so können wir, hat einmal derselbe diese Ansicht vom Judenthume gefaßt und glaubt hierdurch zum Aufgchen im Staate zu gelangen, weniger mit ihm rechten. Wenn aber derselbe da, wo es seinem Zwecke dient, sich auf die Tradition beruft und sie als festen Stützpunkt und 'historisches Moment hervorhebt, ist es ihm dann noch um Wahrheit zu thun? Er beweist S. 33 nach einer früher (S. 24) von ihm angeführten Tradition aus Rabba zu Echa 1, 7, daß die ersten Erulanten auf fremdem Boden irrthümlich das Sabbathjahr gefeiert haben, und will hierdurch das Alter des Ausspruches pHI! H*?H rUHU Hj^H pHS m^n H'W fYISD aufheben. Und welche Tradition führt er für sich an! Wer muß hier nicht den Unwillen des Herrn Hirsch (S. 35) über dieses unwürdige, jedem nur einiger-

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