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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-09-01 · 6 (September 1844) · p. Seite 239

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
6 (September 1844)
Date
1844-09-01
Page
Seite 239 (sequence 33)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. 239 Mittwoch, 22. Mai. Den ganzen Morgen nahmen zahlreiche Besuche von Personen jedes Alters und Geschlechts weg, die vom tiefsten Elend getrieben sich nach Aushilfe sehnten, und es war in der That ein peinlicher Anblick, so viele Personen herabgedrückt auf die unterste Stufe der Armuth! Ungefähr um drei Uhr kam M. in mein Zimmer um einige Erfrischung zu nehmen, da das Sitzzimmer, in welchem so viele Personen gewesen waren, keinen angenehmen Aufenthalt darbot. In einer Viertelstunde kehrte die Menge wieder zurück, so wie die beideu Secretäre, welche die Personen, die Hilfe verlangten, aufnahmen. Möge der Allmächtige den Plan, den mein theurer Gatte vor hat, gelingen lassen, auf daß diese armen Leute in den Stand gesetzt werden, eine unabhängige Lebensweise zu gewinnen, statt daß sie jetzt auf die Aushilfe anderer Länder Hinblicken müssen, deren Beiträge so precär sind. Sie scheinen Alle guten Willen, Thätigkeit und Talent zu haben, so daß bei einem gut organisirten Plane wir uns mit Recht einen Erfolg versprechen können. Nachdem dieses zwar angenehme aber doch ermüdende Geschäft beendigt war, ritten wir nach einem der denkwürdigsten Orte in der Umgegend von Zafed, genannt „Bet Hamedrasch schel Schem Weeber," und von den Arabern „der Platz des Betrauerns," da nach einer Tradition Jakob hierher gekommen sein soll, um über Joseph zu trauern.' Dieser Ort steht wegen seiner Heiligkeit in solcher Achtung bei den Arabern, daß sie bis jetzt Niemandem als den Gläubigen den Zutritt gestatteten. So sagte nämlich der Scheikh, der die Schlüssel hatte, doch setzte er, indem er sich uns näherte, hinzu: „Ich habe gehört von Eurem Werth und Eurer Würde und so komme ich denn selbst, um meine Dienste anzubieten." Da uns mehrere Personen begleiteten, die begierig nach derartigen Untersuchungen waren, so nahmen wir das Anerbieten des Scheikhs an. Als wir an dem Fuße des Hügels ankamen, sagte er mit großer Ceremonie: „Hada el Matrakh," („dieses ist die Stelle!") Wir traten nun in einem großen Raum ein, der von Zimmern, welche Zellen, theils für Lebende, theils für Verstorbene zu sein schienen, umgeben war. Einige neuere Gräber fesselten unsere Aufmerksamkeit. Sie hatten lange arabische Inschriften, die bei genauerer Untersuchung den größten Theil der Fatkha enthielten, und den Namen eines gewissen Ali; doch konnte, da der Grabstein tief in die Erde versunken war, der Tag seines Todes nicht entziffert werden. Dr. L. (Löwe) untersuchte die Inschriften auf anderen zwei Gräbern, vermochte aber ebenfalls nicht das Datum zu entdecken. Sie hatten die gewöhnlichen Worte: „O Ewiger! Stetsdauernder!" Die in den festen Felsen gehauenen Gräber, waren nach seiner Bemerkung jenen ähnlich, die er zu Jerusalem in dem „Grabe des Synhedriums" gesehen hatte. Dr. L. trat in eine schmale Oeffnung des Felsens hinein, sah aber nichts als ein großes Zimmer. Der Scheikh schrie nun auf einmal laut: „Schaut umher, schaut umher! Denn dieses war die Stelle, wo Jacob bitterlich um seinen Sohn geweint haben sott(!). Ein Stück Holz wurde mir als ein Andenken an den heiligen Ort überreicht.

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