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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-09-01 · 6 (September 1844) · p. Seite 238

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
6 (September 1844)
Date
1844-09-01
Page
Seite 238 (sequence 32)
Language
German
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238 Allgemeine theologische Bibliographie. im ernstesten Gespräche, als sich zwei Beduinen naheten und an der Unterhaltung Theil zu nehmen suchten; doch wir verweigerten ihnen mit dem Ernst morgenländischer Gravität einen Blick, geschweige ein Wort. Sie machten sich nun an unsere Bedienten, doch eben mit demselben Erfolge. Es folgten bald noch andere drei Gesellen, und wir hielten es für gerathen nach der Wohnung zurückzukehren. Der letzte Besuch der Drusen war noch nicht vergessen, und die Wunden und Narben waren noch frisch in Zedermanns Gedächtnis die Berichte enthielten so viel Trauriges, daß sie Reisenden, die nach Jerusalem gehen wollten, mit Besorgniß für ihre Sicherheit erfüllen mußten. Wir empfingen Besuche von den Häuptern beider Gemeinden. Dieses nahm einen großen Theil des Tages weg, und es ließ uns der Muffelim (Gouverneur) Abd-el-Khalim sagen, daß wenn es uns angenehm wäre er uns besuchen wolle. Er kann in Begleitung des Kadi und verschiedener anderer Muselmänner. Zwieback, Kaffee, Scherbet u. s. w. wurden präsentirt, und sobald sie ihre Sitze theils auf dem Divan theils auf dem Estrich eingenommen hatten, wobei trotz dem engen Raume die im Morgenlande so wichtige Etikette genau beobachtet wurde, verbreitete der Tabak seinen Qualm um das Zimmer, und wurde der Kaffee mit schuldiger Feierlichkeit geschlürft: die Zwischenräume füllten Complimente und Unterhaltung aus. Der Zustand des Landes, die Erzeugnisse, die ihm abgewonnen werden können, und das unsäglich Interessante, das sich an dasselbe knüpft, boten fruchtbaren Stoff zur Besprechung. Se. Ercellenz sagte, er wäre bekannt mit manchen Werken der h. Schrift, und fügte mit Gefälligkeit hinzu, daß er den Werth unseres Besuches zu Zafed ganz würdige und hoffe, daß wie die Königin Esther ihr Volk vom Untergange gerettet habe, so werden auch jetzt die Hebräer, die in diesem Lande unter so vielfachem Elende leiden, durch unsere Anstrengungen befreit werden. Dieses war doch ein etwas zu übertriebenes orientalisches Kompliment, und wir konnten nur die Unzulänglichkeit der Mittel und Macht derer beklagen, an die es gerichtet war. Wir erhielten noch eine andere interessante Visite, und zwar von Mustapha Mahmud, einem Muselmann, der den Israeliten bei dem Erdbeben die größte Menschenfreundlichkeit mit Gefahr seines eignen Lebens erwiesen hatte. Er schenkte ihnen fast sein ganzes Vermögen, und focht für sie, als sie von den Drusen angegriffen wurden. Jeder Mund verkündete sein Lob und drückte Bedauern aus, daß es nicht andere Mittel gab, um die Dankbarkeit eines betrübten Volkes wirksamer auszudrücken. Doch das wohlwollende Herz hat die höchste Belohnung in seinen eigenen Gefühlen. *) 0 Bei dcn über die polnischen Juden ergangenen Verhängnissen durch die bekannten Ukasen zeigte, wie die Zeitungen berichteten, ein russischer Edelmann ebenfalls einen solchen edlen Sinn und stand vielen armen jüd. Familien bei. Wie gern verweilt das Auge bei diesen Oasen in der Wüste der Lieblosigkeiten und des durch sie verursachten Jammers. Hier ein Muselmann, dort ein Christ, suchen sie, was wilde Söhne der Natur oder verfeinerte grausame Politik gegen die Juden versündigten, aus großmüthitze Weise gut zu machen. - D. Red.

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