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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-09-01 · 6 (September 1844) · p. Seite 225

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
6 (September 1844)
Date
1844-09-01
Page
Seite 225 (sequence 19)
Language
German
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Reformbestrebungen und Emancipation. 225 die Gunst der Regierung erkaufen will, >) ein sklavisches Verfahren, welches jedes Adels der Gesinnung entbehrt und des erstrebten Zieles zugleich unwürdig und unfähig macht. Der Grund dieses unwahren Strcbens jüdischerseits liegt aber eben in dem ungerechten Verlangen derer, welche für die Gewährung der materiellen Freiheit die höhere geistige als Opfer fordern, und somit der Handlung das eigentliche Verdienst entziehen; welche zwei Dinge als Schuld und Strafe mit einander in Beziehung bringen wollen, die eine solche durchaus nicht haben. Wie aber ein Jnculpat bisweilen durch geistige Folter und unausgesetztes Jnquiriren endlich so irre an sich wird, daß er sich selbst eine Schuld aufbürdet, die ihm ganz fremd ist, und mancher Criminalrichter sich rühmte, einzig und allein durch ununterbrochene Richtung einer und derselben Frage an den Angeklagten von diesem ein freies (?) Geständniß der Schuld erzielt zu haben: so ist es auch den Juden so oft und nachdrücklich vorgesagt worden, daß in ihren Religionslehren und Religionsgebräuchen der Grund der Nichtemancipation liege, bis die Schwachen unter ihnen selbst dgran zu glauben anfingen: daher so häufig das ängstliche Umherschanen bei religiösen Angelegenheiten, die Abhängigkeit von dem Urtheile derer, denen das Bestehen des Judenthums mindestens gleichgültig ist, dessen Verfall vielleicht erwünscht wäre. Es ist nmr unsere Absicht im Folgenden zu zeigen, wie die Forderung und Gewährung der Emancipation, als ein Act der Gerechtigkeit und die innere Reform des Judenthums als ein rein religiöser Act, durchaus keine Verbindung miteinander-haben, wie jede dieser beiden Bestrebungen ihren selbstständigen Weg gehen müsse, ohne auf die andere Rücksicht zu nehmen. Es dürfte freilich schwer fallen in dieser so viel besprochenen Materie etwas Neues zu sagen; aber die Wahrheit muß so lange wiederholt werden, als sie noch nicht überall Eingang gefunden, so lange sich die Lüge ihr gegenüber unter allerlei Truggestalten zu behaupten sortfährt. Wir wollen zur Lösung unserer Aufgabe uns die Fragen beantworten: Was verlangen wir in der Emancipation und was ist der eigentliche Grund der Verweigerung derselben? Wie verhält es sich mit den von unfern Glaubenslehren und Gebräuchen hcrgenommeneir Einwendungen und in wie weit ist der Glaube dem Staate Rechenschaft schuldig? Wenn wir nach Emancipation streben, so entspringt I) Wir erinnern nur an St. Lengsfeld, Meiningen, Schwerin. Auch in letzterem Orte war der Vorstand weniger nm die Uebereinstimmung der Gemeinde, als um den Herzog!. Beifall bekümmert. Frankel, Zeitschrift. I. 17

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