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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-08-01 · 5 (August 1844) · p. Seite 201

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
5 (August 1844)
Date
1844-08-01
Page
Seite 201 (sequence 35)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. 201 Schulen und Kirchen dieses Uebel auszurotten streben! Aber diese fordern es noch bisweilen. — Folgende vom Referenten verbürgte Anecdote dürfte für Manchen beherzigenswerth sein, der eine Antipathie gegen jüd. Schulen hegt. In einer christlichen höhern Töchterschule zu D ..welche auch von jüdischen Mädchen besucht, und die in sehr humanem Geiste geleitet wird, kam der inspicirende protestantische Pastor F... in die dritte Classe und prüfte Kinder von 6—8 Jahren unter Andern auch in Religion. Nachdem er viel von christlicher Liebe gesprochen hatte, fuhr er fort: Also stellet euch Gott sanstmüthig vor, nicht wie die Juden, daß er mit der Nase schnaube und Gesichter schneide. Von einigen jüdischen Schülerinnen, die gegenwärtig waren, wurde die eine roth, die andere lachte ungläubig, aber alle wurden nach dieser Stunde von ihren christlichen Mitschülerinnen ganz anders .angesehen, als sie es bisher gewohnt waren, und die kleinste äußerte: Ach wären wir doch in der jüd. Schule, da brauchten wir so etwas nicht zu hören! — 35. 4- * * Mit Bedauern vernahmen wir aus den Zeitungen, daß der wackere Dr. Jacobi sich der Schwachheit hingab, als Israelit sich als Mitglied des Gustav-Adolph-Vereins zu melden, da ein solcher Schritt von einem solchen Manne dem den Juden oft gemachten Vorwurf der Zudringlichkeit und des Anschmiegens auf Kosten seines selbstständigen Charakters neue Nahrung gibt. Hätte dieser Verein den rein menschlichen Zweck, dürftigen Gemeinden ohne Unterschied der Konfession durch Erbauung von Synagogen und Kirchen u. s. w. in ihren religiösen Bedürfnissen zu Hülfe zu kommen, so wäre der Beitritt jedes Israeliten nur löblich; da sich aber der Verein selbst als einen protestantisch kirchlichen gibt, seine Wirksamkeit daher nur auf protestantische Christen beschränkt und eine rem kirchliche Tendenz verfolgt, so müssen wir den Beitritt eines Israeliten eben mindestens ungehörig finden; dagegen die Konsequenz des Gustav--Adolph-Vereins, der seine Aufgabe erkennend, alle Nichtprotestanten ausschloß, nur billigen. Wann werden wir Juden doch uns selbst achten, und liebevolle Hingebung von charakterloser Aufgebung unterscheiden lernen! 35. Allgemeine theologische Bibliographie. Biographie. Moses Mardochai Büdinger, Dr. philos. Lebensbeschreibung eines israelitischen Schulmannes, aus dessen hinterlaffenem Tagebuche und nach ergänzenden Mittheilungen seiner Gattin abgefaßt, von Dr. S. L. Steinheim, practischem Arzte. Altona, 1844. Wer den sel. Büdinger aus seinem Leben oder aus seinen Schriften kennt, wird mit uns die Verdienste des zu früh Verblichenen anerkennen, Frankel, Zeitschrift I. 1Z

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