Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 5 (August 1844)
- Date
- 1844-08-01
- Page
- Seite 199 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Vesclmeiduttg der Juden und Gefahrlosigkeit dieser Operation. 199 uägel, eine eigends dazu gefertigte Art Scheere — welche auf dem Rücken der Eichel unter die belassene Fortsetzung der Vorhaut eingeschoben werden soll, um selbige der Länge nach zu dnrchschneiden. Ich kann es füglich unterlassen, hier die Gründe anzugeben, warum ich mich gegen dieses Verfahren aussprechen muß, da der Herr vr. Bergson in seinem Werkchen schon vier schlagende Gründe gegen die Terquemsche Scheere ansührt. Dr. Bergson räch eine Art Sonde mit verborgenem Messer, die auf dieselbe Weise, wie die oben angegebene Scheere, eingeschoben werden soll, alsdann solle man vermittelst eines Federdruckeö die Klinge springen lassen, wobei sie dann von innen nach außen die Hautwand der Länge nach zerschneidet. Aber auch diese Procednr ist nnpractisch, verlängert unnöthiger Weise den Act der Beschueidung. Auch ist es Regel in der Chinirgie, daß der Wundarzt sich bestreben muß, in operativer Hinsicht so wenig cvmplicirt zu sein, als nur möglich, d. h. er soll sucheil eine jede Operation mit möglichst wenig Instrumenten und in möglichst kurzer Zeit zu verrichten, welches bei diesem Apparat von Instrumenten verfehlt wird. Wenn man nun berücksichtigt, mit welcher Schwierigkeit die Anwendung dieser Instrumente bei dem zweiten Act der Beschneidung verknüpft ist, wenn besonders sich das Blut des Cirkelschnittes über die Stelle ergießt, wo diese Instrumente unter die Fortsetzung der Vorhaut eingeschoben werden sollen (ich übergehe dabei die noch mögliche Schwierigkeiten bei Anwendung dieser Instrumente wie z. B. Entschlüpfen der Haut, außerordentliche Kleinheit des Gliedes u. s. w.) so frage ich schließlich: warum man eine solche einfache Operation sich erschweren und vervielfältigen soll, ohne sie dadurch weniger gefährlich zu machen, bloß unr etwas Neues hervorgerufen zu haben? Ich erlaube mir denn hiermit eine auf langjährige Erfahrung begründete Ueberzeugung, daß das bisher übliche Verfahren bei der Beschneidung das Zweckmäßigste und jeder bis jetzt bekannt gewordenen Reuemng vörzuziehen sei, auszusprechen, und daß unter der nochmals zu wiederholenden Voraussetzung, daß diese kleine Operation von einem praktischen Wundarzt oder unter dessen Leitung und Aufsicht vollzogen wird, dieselbe auch völlig gefahrlos ist. Mehrere hundert Beschneidungen habe ich gemacht und damnter nicht einen Unfall gehabt. Hieraus läßt sich doch wohl der Beweis führen, daß die Beschneidung, wenn sie durch Personen vom Fache und geübter Hand vollzogen wird, zu den unbedeutenden Operationen in der Chinirgie gezählt werden muß.