Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 5 (August 1844)
- Date
- 1844-08-01
- Page
- Seite 198 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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198 Die Beschneiduilg der Juden und Gefahrlosigkeit dieser Operation. Nachkommenschaft des Hauses Israel sie widerlegen. Auch der französische Arzt vr. L. Terquem am israelitischen Hospital zu Metz, nennt in seinem hierüber hcrausgegcbencn Merkchen, dieses Verfahren „eine unmenschliche Procedur" was sein Uebersetzer, der Herr vr. Ludwig Heymann zu Magdeburg als noch zu gelinde gesprochen bezeichnet; obgleich beide, Terquem und Heymann, aus derselben Seite zugestehen, daß die Nerven in der Vorhaut nur gering sind, (Terquem) und Heymann in seiner angeführten Bemerkung behauptet: „Wenn man auch zugeben muß, daß die mücöse Membran, wem: sie dünn, unverwachsen und leicht zu ergreifen ist, ohne alle Mühe, meistentheils auch ohne alle Nachtheile auf rituale Weise mit den zugespitzten Nägeln eingerissen werden könne u. s. w., und ich kann wohl aus Erfahrung behaupten, daß die Periah ohne allen Schmerz ist, da gewöhnlich die Kinder kein Zeichen von Schmerz von sich geben. — Wo ist also hier die so himmelschreiende Gefahr? — Man wird entgegnen, daß nicht alle Vorhäute normal gebildet sind, nun dafür soll ja der Beschncider Arzt sein, oder wenn er nicht selbst Arzt ist, unter der Aufsicht eines Arztes operiren, damit wenn ja. eine Mißbildung vorkömmt, gleich die geeigneten Mittel ergriffen werden können. Viele Neuere wollen daher, daß man die Periah gänzlich ^fallen lasse; sie berufen sich auf die Geschichte und suchen es auf Autoritäten gestützt zu beweisen, daß die Periah ein späterer rabbinischer oder talmudischer Zusatz sei. Ich will ihnen dies Alles gar nicht bestreiten, aber durch eigne Erfahrung und Anschauung vermag ich den rabbinischen Satz b'o uh ibfcO y~iö xbl „ Wenn man beschneidet ohne nachher die Haut zurückzulegen, ist soviel, als hätte man gar nicht beschnitten" — vollkommen zu bestätigen. In den Jahren 1813—1815 war ich in den in Dresden damals etablirten Fremden -Militair- Hospitälern als Oberwundarzt angestellt und hatte unter den russischen, kranken Soldaten mehrere Mahomedaner, bei welchen die Beschneidung ohne Periah vorgenömmen wird. Dort sah ich mehrmals, daß die zurückgebliebene Haut, welche bei den Juden zerrissen und zurückgelegt .wird, sich zu einer neuen Vorhaut bildet, die aber das Unangenehme hat, daß sie nach vorn zu eng verläuft, wodurch das Harnen erschwert und eine Spaltung mittelst des Messers dieser neuen Vorhaut nöthig wird. Man sehe hieraus wie nothwendig dieser zweite Act der Beschneidung ist. Terquem (und sein Uebersetzer Herr vr. Heymann) wünschten nur ein verändertes Verfahren (wahrscheinlich, weil ihnen das alte Verfahren nicht geläufig ist) bei diesem zweiten Acte; er empfiehlt statt der bisher dabei angewendeteu zugespitzten Daumen-