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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-08-01 · 5 (August 1844) · p. Seite 197

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
5 (August 1844)
Date
1844-08-01
Page
Seite 197 (sequence 31)
Language
German
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Die Beschneivung der Juden und Gefahrlosigkeit dieser Operation. 19? der bewährtesten, das Creosot, nennen will; auch besteht das Pulver, dessen ich mich nach der Beschneidung jedesmal bediene, aus einer Mischung urehrerer Blut stillender Mittel, wozu ich auch das Creosot beigemischt habe. Selbst in dem so, äußerst seltenen Falle, daß das zu operircnde Kind zu den sogenannten „Blutern" gehört '), ist mittelst eines, aus einem Leinwandstreifen leicht zu fertigenden Verbandes, wodurch die blutende Stelle zusammengedrückt wird, wie ich in meinem bereits angeführten Merkchen genau angegeben habe, alle Bedenklichkeit einer Blutung, um so mehr einer Verblutung, beseitigt. In einem so außerordentlich seltenen Falle wäre nun das Betupfen der blutenden Stelle mit Höllenstein zu empfehlen, wodurch sich auf dem blutenden Gefäßchen ein Schorf bildet, und jedes weitere Hervordringen von Blut verhütet wird. Wie selten aber die sogenannten Bluter sind, vermag ich ans meiner 35jährigen chirurgischen Praxis zu beweisen. Ich habe während dieses Zeitraumes an einer großen Anzahl Kinder die Beschneidung verrichtet und keinen Bluter darunter gesunden. Aber selbst in diesem so seltenen Falle tritt Maimonides ritnellhelsend ein, indem er die Bluter von der Beschneidung gänzlich dispeysirt (Joreh Deah 8- 264), obgleich seine Merkmale, die er zur Erkennung eines Bluters angibt, nicht ausreichen. Uebrigens ist auch dieser erste Act der Beschneidung, d. h. die Abschneidung der Vorhaut, vermittelst eines scharfen Messers, keineswegs der Stein des Anstoßes, worüber die neuern Kritiker so laut Gefahr schreien; selbst Herr vr. Bergson, Arzt in Berlin, bezeichnet ihn in seinem umfänglich gelehrten Merkchen 2) Seite 110 als nicht von so hoher Bedeutung, daß es hierzu erst eines besondern chirurgischen Lehrcursus bedürfte, indem diese Operation ziemlich einfach und leicht auszuführen ist — und ich muß ihm hierin vollkommen beipflichten. Anders aber und nicht so günstig nrtheilen die neuern Kritiker über den zweiten Act der Beschneidung, die sogenannte Periah oder Spaltung und Zurücklegung (unterhalb der Eichel), der Fortsetzung der Vorhaut, welche nach Beendigung des ersten Actes der Beschneidung sichtbar wird, in dem nach dem bisher bestandenen Verfahren der Beschneider mit seinem eigends hierzu zugespitzten Daumennagel die Haut spaltet und zurücklegt. Hierbei schreien sie Gefahr, sprechen von barbarischer Grausamkeit und bezeichnen dieses Verfahren als unmenschlich, obgleich das hohe ehrwürdige Alter dieses Verfahrens und die gesunde zahlreiche 1) Unter „Blutern" versteht man eine eigne Beschaffenheit des Kindes, nach welcher cs bei geringer Verletzung anhaltend blutet. - '-,2) Die Beschneid,ing, Berlin, bei H. Schreck. 1844.

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