Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 5 (August 1844)
- Date
- 1844-08-01
- Page
- Seite 195 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Beschneidung der Inden und Gefahrlosigkeit dieser Operation. 195 unter der Aufsicht und Leitung befähigter Männer verrichtet wird. Die Nützlichkeit der Beschneidung ist von der Wissenschaft.längst anerkannt. Die Belassung der Vorhaut (selbst im regelrechten Zustande, geschweige denn bei den so häufig vörkommenden Mifigestaltungen) veranlasst Krankheiten, denen der Beschnittene nicht ausgesetzt ist, und erschwert die Heilung mancher erworbener Krankheiten, deren namentliche Aufzählung wohl in einem sachwissenschastlichen Werke gestattet ist, in einer solchen Zeitschrift aber, als den Anstand verletzend, wegbleiben muss. Ob nun diese entschiedene Nützlichkeit der Beschneidung, wie so viele ältere und neuere Schriftsteller behaupten wollen, der alleinige Beweggrund ihrer Einführung war, und die Religion ihr nur als Schirm diente? dies zu untersuchen liegt ebenfalls außer dem Bereiche dieser Zeilen, wir finden sie als bestehend vor, und ich, als Chinrrg und Operateur, habe mich bloß mit ihrer gebräuchlichen Vollziehung zu befassen, ohne über ihre Entstehung und Einführung in das Judenthum eine weitläufige, gelehrte, kritische Untersuchung anzustellen, die am Ende doch zu keinem genügend entscheidenden Urtheile führen würde. Was aber die nächste Veranlassung zum Niederschreiben dieser Zeilen gab, war das Erscheinen einiger von Aerzten jüdischen Glaubens über diesen Gegenstand verfassten Schristchen, welche die Operation der Beschneidung als höchst gefährlich schildern, Vorschläge zu Abänderungen und Weglassungen einzelner Momente bei der Ausführung enthalten (mit denen ich mich aber aus unten näher anzngebenden Gründen nicht durchgängig einverstanden zu erklären vermag), ohne etwas Besseres, minder zu bestreitendes an deren Stelle setzen zu können, während sehr viele durch Ueberlieserung auf uns gekommene Handgriffe bei der Vollziehung der Beschneidung sich heute noch bei dem vervollkommneten Standpunkt der Chirurgie als genügend bewähren, und als höchst zweckmäßig anerkannt werden müssen. So lange nun die kritische Untersuchung des Beschneidungsactes bloss von Nichtjuden geführt wurde, blieb im Innern Israels Alles ruhig bei dem überlieferten Verfahren. Allein durch das in neuerer Zeit stattgefundene Auftreten sachkundiger Glaubensgenossen ist das Vertrauen zum überlieferten Verfahren im Innern mächtig erschüttert worden, und wie es bei allen Dingen zu gehen Pflegt, wo das Bestehende verdächtigt, ohne dass dem Volke etwas Ueberzeugenderes dafür geboten wird, so könnte sich auch hier ein Mißtrauen gegen die ganze Handlung einschleichen, was im vorliegenden Falle um so gefährdender wäre, da die gewaltsame Reformsucht unserer Tage begierig nach solchen Aeusserungen hascht, um das Ganze zu stürzen. Sie kennt