Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 5 (August 1844)
- Date
- 1844-08-01
- Page
- Seite 194 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2744856-2744857-2744864--0219-2745161- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
194 Die Beschneidung der Juden und Gefahrlosigkeit dieser Operation. lend die Religion nach Modell und Systemen wechselt. Bei uns spricht sich allgemein eine Veneration für die Religion aus; man hält sich zwar häufig weder an sie, noch nach ihr; aber man fühlt doch, daß ein Judenthum sein soll, man ahm von fern daß es ein heiliges Gut sei, man wünscht es erhalten und hängt sogar noch an manchen Formen, die unstreitig der Jetztheit nicht mehr angchören. Der enge Zusammenhang, in welchem hier die Juden durch ihr Zusammenwohnen in einem Stadtviertel zusammenstchen, die vielen ehrwürdigen Alterthümer, die aus einer längst dahingeschwundenen Vergangenheit gleich Prophetenstimmen herübertönen, die Erinnerung an die Väter, die aus den neuen Synagogen entgegenkommt, der so natürliche Familienstolz endlich auf fromme und gelehrte Vorfahren, die in den vorigen Geschlechtern hcrvorragten, (und welche Familie hätte hier nicht solche aufzuweisen?), nährt und erhält jene tiefe Anhänglichkeit an das JndeMhum, die einen Abfall sehr selten macht und die stühcre Wärme nicht ganz verlöschen läßt. ' (Fortsetzung folgt). Die Beschneidung der Inden und Gefahrlosigkeit dieser Operation. Die Ueberschrift dieses Fragmentes aus meinem ausführlichen Werkchen über diesen Gegenstand '), verkündet den geehrteil Lesern dieser den religiösen Interessen des Judenthums gewidmeten Zeitschrift zur Genüge, daß sie keine theologisch gelehrte Abhandlung über diesen religiösen Gebrauch des Judenthums zu erwarten haben. Unterlassen wir es vielmehr den Männern voin Fache, den gelehrten Rabbinen, denen die Obhut unserer heiligen Religion und deren Gebräuche anvertraut ist, ihre Stimme hierüber zu erheben, um das Volk über die Heiligkeit dieses Bundeszeichens zu belehren, damit es den Angriffen der neueren Zeit, die ihre frevelnde Hand selbst gegen diesen beinahe 4000jährigen heiligen Gebrauch zu erheben wagt, zu widerstehen vermöge; ich als Laie im theologischen Fache, will nur als practischer Wundarzt, dem eine 35jährige Erfahrung zur Seite steht, zur Berichtigung meiner Glaubensbrüder, die Gefahrlosigkeit dieser Operation darzuthun suchen, sobald sie nur von hierzu Befähigten, oder wenigstens 1) Die Beschneidung der Israeliten von"Tollin. Leipzig bei Ludwig Schenk. 1842.