Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 4 (Juli 1844)
- Date
- 1844-07-01
- Page
- Seite 162 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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162 Tagesbegebenheiten. nicht auf solche bedeutungsvolle Zeichen achten und eine bessere unabhängige Zukunft vorbereiten, warum, wenn man auch von Schulen, für die bis jetzt noch kein so dringendes Bedürfniß vorliegt, abstehet, nicht wie Montefiore es gethan, darauf hinstreben, daß die palästinischen Juden fich Ln Colonien vereinigen und Ackerbau treiben? (vgl. oben S. 38). Mögen also Herr Lehren und seine Gegner sich vereinigen: sie seinem Charakter, er ihren Absichten Gerechtigkeit widerfahren lassen. Dieser unselige Austausch von Sendschreiben und Jnveciiven bringt dem gesammten Judenthum Nachtheil und schadet sehr Jenen, für die man sich verwenden will: der Zänkereien" müde, wendet sich zuletzt der große Theil der europäischen Juden ganz von ihnen ab. * * * Der Berichterstatter der Deutschen Allgemeinen Zeitung über die ungarischen Landtagsverhandlungen ermüdete nicht in Wehklagen und Jammer auszubrechen über die aller Vernunft zuwiderlaufende Richtung, die die Debatten über die Judenangelegenheiten an der Ständetafel zu Preßburg Anfangs nahmen, da sie auf völlige Emancipation loszusteuern schienen. Der Korrespondent suchte für seine engen und beengten Gefühle einen Ableiter, indem er sich bald von Preßburg bald von Pesth aus, (denn daß die Gesinnungen eines und desselben humanen Publicisten alle diese Artikel dictirt, war leicht zu durchschauen) in die ärgsten Schmähungen ergoß) und da endlich diese Angelegenheit vertagt wurde, reibt er fich freudig die Hände und hofft: „daß bis zum k. Landtage die Deputaten sowohl über den Magyarismus als über die bürgerliche Gleichstellung der Juden werden zur Vernunft gekommen sein." Ein Wort zur Verständigung über den Stand der Parteien wird auch über diese Korrespondenz Ausschluß geben. Es ist eine traurige, nur zu oft bewahrheitete Erscheinung, daß der Deutsche sich nur schwer von dem einmal eingesogenen Vorurtheile gegen die Juden lossagen kann und daß -— vielleicht eine Folge seiner grübelnden und auf die weiteste Ferne hinausberechnenden und an den minutiösesten Bedenklichkeiten klebenden Natur — ihm immer das Schreckbild des Ueberholt- und Ueberflügeltwerdens vorschwebt. Von diesem Standpunkt vermag der Deutsche selbst, wenn er auf der höchsten Stufe der Bildung fich befindet, nicht sich zu entfernen; — welchen traurigen Beleg liefert hierfür der letzte sächsische Landtag! — und geschweige denn Jener, der nur eine Halbbildung sich angeeignet oder der überhaupt in der Geistescultur zurück ist. Daher taucht dieser Haß in den von deutschen Kolonisten besetzten Gegenden Ungarns auf. Das Preßburger, Oedenburger und andere an die deutsch-österreichischen Provinzen grenzenden Comitate, in denen zum großen Theile deutsche Sprache und deutsche Sitten herrschen, sind durch und durch vom Judenhasse inficirt. propres lettres, et vous en verrer dien, que ce n’est pas leur intention de vivre des bienfaits de lcur confreres europeens; mais qu’au contraire ils souhaitent ardemment de pouvoir se nourrir des travaux de leurs mains.