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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-07-01 · 4 (Juli 1844) · p. Seite 160

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
4 (Juli 1844)
Date
1844-07-01
Page
Seite 160 (sequence 34)
Language
German
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160 Tagesbegebenheikn. Stande bringe: eine innere Selbstständigkeit, eine Charakterstärke muß er erlangen; dann wird er wenigstens in sich ausgesöhnt sein und einen Ersatz gegen äußere Unbill finden. d* * * Herr Hirsche! Lehren in Amsterdam hat ein neues Sendschreiben erlassen, in welchem er sich über die gegen ihn erhobenen Anklagen hinsichtlich seiner Verwendung für die mittellosen Juden in Palästina zu rechtfertigen sucht. Der ganze Hergang und die Weise, wie Herr Lehren angefallen und mit den bittersten Schmähungen überhäuft wurde, mußte in jedem Billigdenkenden den tiefsten Widerwillen erregen. Mag Herr Lehren in Verwendung der Geldmittel manchen falschen Weg eingeschlagen haben, so verdiente doch sein unbescholtener Charakter Achtung, mußte das Motiv, das ihn seit einer Reihe von Jahren treibt, gewürdigt werden, hätten seine früheren Bestrebungen von vor dem verdrießlichen Conflict wegen des Spitals zu Jerusalem Berücksichtigung finden sollen, war man ihm jedenfalls, da er bisher so wenig öffentlich von sich reden gemacht, mit seinem Verdienste nie hervorgetreten und sich also von dem Verdachte, daß es ihm um ein Sichgeltendmachen zu thun sei, stets sreigehalten, Schonung schuldig: durfte nicht mit solcher Wuth auf ihn losgefahren, diese Angelegenheit in deutsche Blätter hinübergetragen und dort sein Name auf die unwürdigste Weise begeifert werden. Der Nachtheil eines solchen Verfahrens trifft nicht Herrn L. allein; man scheint zu vergessen, welches Unheil dem Ganzen des Judenthums erwächst, welches schiefe Licht auf die Angelegenheiten der Juden reflectirt wird, welche Urtheile sich über den Juden bilden, mit welcher Begierde solche Vorfälle ausgebeutet werden. Es ist überhaupt eine der betrübendsten Erscheinungen, daß man seit einiger Zeit recht geflissentlich in dem Herunterreißen und Begeifern jedes guten Namens verfährt, und wir gegen uns selbst durch Verunglimpfungen aller Art wüthen; und es ist nicht minder kränkend, daß wir nnr Haman'sche Rache kennen, der es zu gering ist, sich an den Beleidiger allein zu halten. Ob Juden und Judenthum herabgesetzt, ob sie durch verächtliche Gehässigkeiten noch mehr Gegenstand der Geringschätzung werden, was kümmert dieses Jenen, der sich verletzt glaubt? Seiner Eitelkeit muß Genugthuung werden: er rächt sich und macht bei dieser Gelegenheit von sich reden. So hat wenigstens Herr L. auch hierin einen bessern Weg eingeschlagen, daß er in hebräischer Sprache schrieb, deren Hyperbeln uns verständlich, deren Sinn wir ohne entstellende Absicht begreifen, durch die wir wenigstens nicht das Unheil der Schadenfreude und daß man hieraus neue Waffen gegen uns schmiede, zu befürchten haben. — Doch so sehr wir diese Vorfallenheiten bedauern und dem frommen biedern Sinn des Herrn L. die ihm gebührende Achtung zollen, so müssen wir doch gestehen, daß das Sendschreiben nicht befriedigt. Herr L. sollte unsere Zeit wenigstens in so fern kennen, daß man durch keinen Bannstrahl sich von der Forderung, daß Rechenschaft über die verwendeten Gelder abgelegt werde, werde zurückhalten lassen. Auch liegt streng genommen eine Deran-

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