Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 4 (Juli 1844)
- Date
- 1844-07-01
- Page
- Seite 158 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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158 Tagesbegebenheiten. ihm zur Rechten, vgl. Ps. 109, 6. Zacharias 3, 1); letzterer vertheidigte sich selbst, Anwälte kannte man nicht'). — Zu den Zeiten der Könige sprachen diese zuweilen Recht (vgl weiter); welches aber nicht selten in Willkür und Despotismus ausartete; doch scheint, daß bei Majestätsverbrechen, wo der König selbst nothwendig als Partei erscheinen mußte, der Spmch dem Volksgerichte übertragen wurde.2) Unter den besseren Königen erscheinen in der Person der Leviten (vgl. I. Chron. 23, 4. 26, 29. II. Chron. 34, 13.) rechtsgelehrte Richter; über ihre Function wird weiter Ausschluß werden. (Schluß folgt.) Tagesbegebenheiten. Geseke, Breslau, Düsseldorf, welche unangenehme Gefühle erregen die in diesen Tagen dort sich ereigneten Vorfälle! An dem ersten Orte schweben die Juden in Lebensgefahr, und werden mehrere.ihrer Häuser demolirt; zu Breslau gehet es ebenfalls über Judenwohnungen her; in Düsseldorf wird ein Jude gräßlich verfolgt und er muß sich unter den Schutz des Militärs begeben. Und die Veranlassung? In Geseke hatte ein Jude den tiefen Schmerz, seinen jungen unerfahrnen Sohn, den er bei einem Geistlichen ür den Wissenschaften unterrichten ließ, zur Taufe verleitet zu sehen. Der Vater macht sein Recht geltend, daß sein Sohn ihm wiedergegeben werde; der Pöbel kommt durch manche Einflüsse auf die Meinung, jener habe seinen Sohn bei Seite geschafft: und nun bricht der wilde ungezügelte Fanatismus gegen die im Orte und der Nachbarschaft wohnenden Juden los und macht fich in grausamer Zerstörung und Verwüstung Luft. In Breslau ist's gerade nicht ein solcher heißer Religionseifer, sondem nur ein ganz weltlicher Geldfanatismus; denn, erzählt ein Correspondent der Leipziger Zeitung, es reißen die Juden Handel und Gewerbe ganz an'sich und, wird ganz naiv' hinzugesetzt, die Breslauer sind doch überhaupt Erzfeinde der Juden. In Düsseldorf mdlich findet man es für Unrecht, daß der Jude die Gerechtigkeit zum Schutze seines, von einem Christenknaben vermeintlich gemißhandelten Kindes angerufen und jenen auf das Policeihaus geftihrt: und da es kmide meiner Unschuld)... möge mein Widersacher seine Klage aufschreiben (und mir sie selbst aus der Ferne zuschicken)." ’) Zesaia 1, 17. weiset so wenig wie Job 29, 12. (wie de Wette Archäologie §. 176. meint), ans Anwälte hin; die Richter sollen der Wittwen und Waisen fich annehmen, wie dieses das Gesetz selbst vielfach empfiehlt: und beide Stellen find in Bezug zum Richter zu deuten. z) So gehet aus I. König. K. 21. hervor, wo Nabot der Gottes- «nd Königslästerung «»geklagt wird. Doch mochte freilich Achab daran gelegen sein, wenigstens den Schein des Rechts bei der dortige» schändlichen Machination zu retten.