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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-07-01 · 4 (Juli 1844) · p. Seite 141

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
4 (Juli 1844)
Date
1844-07-01
Page
Seite 141 (sequence 15)
Language
German
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in unserer Zeit beschaffen sein? 141 ihren Gott verehren? Geht nicht Herrendienst vor Gottesdienst? Feiern sie nicht auch das Christfest mit dem bunten, flimmernden Weihnachtsbaum, und tanzen ihre Kinder nicht um denselben wie weiland die Israeliten um das goldene Kalb? Und tragen doch ihr Judenthum in ihrem Herzen und bergen es vor dem Sonnenschein, daß es nicht erblasse, und hüten es vor dem Lichtglanze des Christbaumes, daß es nicht crröthe. — Doch zürnet nicht den Starken! bedauert sie vielmehr! Im tiefften Innersten ihres Herzens klagt eine Stimme mit Jeremias (Klaget. 5, 8) ibtMD D'Haj? HD- „Unsere christlichen Dienstboten beherrschen uns!" Sie lächelten über den Talmud, der so oft die Israeliten D'üfe 'Oa nennt, d. h. königliche, stolze Seelen, die ihren Adel unter keinem Verhältnisse vergessen, die selbstständig und charakterfest ihre Religion bewahren und rein erhalten sollen von unedlen Einflüssen; nun trifft sie die Nemesis, sie sind nicht '22, Sclaven ihrer Dienstboten sind sie! — Aber wenn sie nachahmen, warum nicht auch das Gute lernen? Ist es doch modern geworden, religiös zu sein, Kirchen zu besuchen und Predigten anzuhören; warum sind sie nicht auch jüdisch religiös? narpB'y CDrvtyy *6 O'opinEO (Sanhedrin 39 b). Das Gute wollen sie nicht nachahmen, nur die Auswüchse nehmen sie an! Solchen gegenüber bleibt dem Lehrer kein anderes Mittel übrig, als so schonend es nur immer angeht, den Kindern die Augen zu öffnen über solches Treiben, ihnen zu zeigen, woher eine solche vorgebliche Kraft entspringe und wohin sie führe; vielleicht daß die Kinder die Eltern durch bessere Einsicht und höhern Seelenadel beschämen und sie zur Bessemng führen. >) vr. tv. Landau. Neber Oeffentlichkeit und Mündlichkeit des Gerichtsverfahrens nach mosaisch -talmudischem Nechte „Oeffentlichkeit, Mündlichkeit und Geschwornengericht", sie bilden seit einigen Jahren den Mittelpunkt deutscher Kammerverhandlungen 1) Wir wissen nur zu gut, daß das Thema hiermit Lei weitem noch nicht erschöpft ist, und begnügen uns nun einstweilen mit dieser Skizze, in der Hoffnung, bei Besprechung einzelner Punkte später wieder darauf zurückzukommen. 2) Eine Skizze aus der Einleitung zu unserm Werke „ der Beweis nach mosaisch - talmudischem Nechte."

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