Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 4 (Juli 1844)
- Date
- 1844-07-01
- Page
- Seite 137 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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in unserer Zeit beschaffen sein? 137 oft von mancher Seite gemachten Vorwurf, daß die heil. Schrift die Unsterblichkeit der Seele nicht lehre, zu entkräften. — Eine so große Wahrheit wie die Unsterblichkeit kann, so sie Werth haben, und Trost und Erhebung erwecken soll, nicht von außen gegeben werden; sie muß vielmehr der innern Ueberzeugung entspringen. Durch vorzeitige Lehre wäre dieser Glaube nur entstellt worden; er hätte sich in einer unwürdigen Form concretirt, wie etwa die Aegypter die Dauer der Seele an die des Leibes knüpften und daher die Leichname zum Frommen der Seele einbalsamirten. Mit einer solchen Unsterblichkeit wäre nicht gedient gewesen. Die heil. Schrift stellte vielmehr Gesetze gegen die Nekromantie und dergleichen Auswüchse einer schlechten Unsterblichkeitslehre auf. Dagegen gibt schon der Pentateuch viele Andeutungen der Unsterblichkeitslehre, aus welcher sich diese zur schönsten Blüthe entfaltete. Solche sind z. B. der Ausspruch: Gott schuf den Menschen in seinem Ebenbilde, worauf auch der Satz beruht: niölN ’*r>Dn tan obiy1? pbn Dr6 tin oViyn wie aus der Mischna (Sanhedrin 10, 2.); hervorgehet; ferner: „Henoch wandelte mit Gott u. s. w., denn Gott hatte ihn genommen." Haut. 32, 39 heißt es: „Ich tödte und belebe" was, wie der Talmud (Sanhedrin 91 b.) richtig bemerkt, nicht heißen kann: Ich tödte den Einen und erzeuge einen Andern, weil dies nicht der Parallele: Ich schlage Wunden und heile wieder, wo von Einer Person die Rede ist, entsprechen würde. Besonders aber bereitet der Pentat. durch seine Lehre von der Vorsehung und der strengen Vergeltung diesseits den Glauben an die Unsterblichkeit und die Vergeltung jenseits vor, da dieser wie alle transcendentalen Begriffe im Diesseitigen seine Wurzel hat. Stärker tritt dieser Glaube hervor in Jes. 26,19, Hesek. 37; denn bezieht man diese Stellen auch auf das Wiederaufleben des Staates, so muß doch das Bild von der Auferstehung schon allgemein gewesen sein, da sonst der Prophet Unverständliches seinen Zeitgenossen verkündet hätte. Auch Ps. 49 wäre, wenn wir von diesem Glauben abstrahirten, der Gegensatz des ftommen Sängers zu den Gottesleugnern rein unbegreiflich, da ihn früher oder später dasselbe Schicksal, das er den Bösen androht, träfe; und wie könnte man ohne diesen Glauben Prov. 14, 32: „Doch der Fromme vertraut noch in seinem Tode" begreifen? Endlich finden wir in Pred. 3. 16, 17 und 12, 7 den Glauben an Unsterblichkeit und jenseitige Vergeltung deutlich ausgesprochen. — Wir sehen, wie sich aus dem Keime, den der Pentat. gegeben, dieser Glaube zu immer größerer Kraft und Bestimmtheit entwickelte. — So weit über die Weise des Unterrichtes. Wie belehrend aber auch der Religionsunterricht sein