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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-07-01 · 4 (Juli 1844) · p. Seite 136

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
4 (Juli 1844)
Date
1844-07-01
Page
Seite 136 (sequence 10)
Language
German
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136 Wie soll bet Religionsunterricht der israelitischen Jugend die Sklaverei völlig aufgehoben, den heidnischen Sklaven aber unter den Schutz der Gesetze gestellt und sein Joch erleichtert. Der Herr war strafbar, wenn er auch nicht mit einem tödtlichen Werkzeuge, sondem mit dem Stabe seinen heidnischen Sklaven züchtigte, daß er unter den Schlägen blieb; der Knecht war ftei, wenn sein Herr ihm einen Zahn ausschlug (Exod. 21, 21. 27, 28). Dem Sklaven war ferner am Sabbath und Festtage Ruhe gegönnt: noch mehr aber drückt sich das Princip der heil. Schrift in dem Verbote aus, keinen Sklaven, der sich von seinem Herrn nach Palästina flüchtet, demselben auszuliefern, so wie in der Ermahnung ihn liebreich aufzunehmen und nicht zu drücken (Deut. 23. 16, 17). Daß das Sclavenwesen wirklich zur Zeit des zweiten Tempels immer mehr schwand und fast ganz aufhörte, zeigt sich in den Aussprüchen der Mischna, welche die Sklaven in gesetzlicher Beziehung überall den Frauen gleichstellte, und sie nicht sowohl wegen ihrer untergeordneten Stellung, als wegen der unter ihnen gewöhnlich herrschenden Unsittlichkeit NIL'-D den Freien nachsetzte; dagegen behandelte man die durch Sittlichkeit sich auszeichnenden als freie Männer, wie Rabban Gamaliel seinen Tobias. Die gänzliche Freilassung der Sklaven war überdies sehr häufig, und fand bei den geringsten Anlässen statt. Während nun aber die heil. Schrift es für uöthig erachtete, Principien, die ins Leben greifen, durch vermittelnde Gesetze zur Reife zu fördern, zog sie es bei rein theoretischen Wahrheiten, in deren Begriff der ganze Werth liegt und deren Mißverstand nur Unheil stiftet, vor, zu schweigen, nur im Allgemeinen den Sinn aufs Höhere richtend dem Streben zu Hülfe zu kommen und etwa hier und da Andeutungen, wie zufällig, zu geben. Und das ist der vierte Punkt, auf den wir oben aufmerksam machten; man belehre den Schüler über die rechte Ansicht von der heil. Schrift. Sie will kein trockenes, abstraktes Lehrbuch, sondern ein Gesetz- und Erziehungsbuch sein. — Ein weises Gesetz kann durch pünktliche Ausübung desselben, durch die erzielte Folge, zur Erkenntniß des Princips führen; aber eine abstrakte Wahrheit kann auch durch tausendfältige Wiederholung, so lange die Empfänglichkeit dafür fehlt, nicht begriffen werden. Ja, ein solches Vorgreifen thut der Selbftthättgkeit des Geistes Eintrag, weil der Empfänger unbegriffene Lehren nachzusprechen und allerlei Begriffe damit zu verbinden gewöhnt, des Auffindens der Wahrheit aber entwöhnt wird. Auf solche Weise verhält/ es sich z. B. mit der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele. Und hier müssen wir besonders darauf bedacht sein, den Schülern den

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