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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-07-01 · 4 (Juli 1844) · p. Seite 134

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
4 (Juli 1844)
Date
1844-07-01
Page
Seite 134 (sequence 8)
Language
German
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134 Wie soll der Religionsunterricht der israelitischen Jugend nung, selbst im verheerenden Kriege, und NM so mehr im Frieden, schonende Achtung vor Gottes Werken zu bezeigen, und uns nie einer barbarischen Zerstörungswuth hinzugeben. In derselben Weise erklärt die Mischna die Verbote: „Du sollst nicht das Kleid der Wittwe zum Pfände nehmen; Du sollst nicht den Mühlstein als Pfand nehmen," (Deut. 24, 17. 6) dahin, daß man von einer Wittwe, sie sei arm oder reich, überhaupt kein Pfand nehmen (indem man ihrem ohnehin traurigen Zustande Schonung schuldig sei), noch dem Schuldner überhaupt sein Nahrungsinstrument entziehen dürfe (Baba Mezia 9, 13); also im Allgemeinen wird hier die Mahnung gegeben, Billigkeit an der Stelle des Rechts walten zu lassen, und man weiß, bis zu welchem Grade der Edelmuth vieler Talmudisten das pm miB'ß D’OD*? ausübte. — Indem wir nun den Schüler lehren im einzelnen Gesetze zugleich das Princip zu finden, wird von vielen Gesetzen, nachdem sie selbst mit den sie bedingenden Umständen ausgehört haben, doch der Geist, den sie athmeten, sich in segensreicher Fortwirkung erhalten, und manches von den Rabbinen empfohlene Erinnerungszeichen an die Vergangenheit an Bedeutung gewinnen. Folgendes diene zur Erläuterung. Der Talmud erklärt allerdings, nach Anleitung der Propheten, daß Gebet und frommes Leben besser sei als Opfer, und daß das Aufhören derselben für uns eben kein Verlust sei. Denn Abba bar Jose sagt im-Midrasch zu I. Samuel. 1, 3: das Gebet ist besser denn Opfer, 'da es heißt nmntsviV; Rabbi Josua ben Levi sagt (Sanhedrin 43 b.): Wenn zur Zeit, als der Tempel stand, Jemand ein Brand- oder Speiseopfer darbrachte, so hatte er den Lohn für das Brand- oder Speiseopfer zu erwarten, allein den demüthigen Sinn rechnet die Schrift allen Opfern gleich; denn es heißt (Ps. 51,19): Opfer Gottes ist ein gedehmüthigter Sinn. Dennoch legt der Talmud auf die Erinnerung an die Opfer und Priestergaben Werth, weil die ausführliche und sorgfältige Behandlung der Opfer- und Priestergesetze in der heil. Schrift die Grundlage bildet, aus welcher sich der schöne Sinn im Judenthume entwickelte, der mit aller Aufopferung stets für Belehrung und Gottesdienst, für Erhebung des Menschen über die zeitlichen Bestrebungen zum Aufblicke auf das Höhere, für Heiligung und Kräftigung der Gesinnung durch Unterricht und religiöse Uebung die größte Sorge trug, so daß Rabbi Abba bar Kana (Sanhedrin 105 b) sagt: „Von allen den Segnungen Bileam's hat sich nur die der Bet- und Lehrhäuser erhalten, welche nie aufhören werden." Durch einen in den Geist der Gesetze eindringenden Unterricht wird aber nicht nur die Religionsübung an Lebendigkeit und Inner-

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