Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 4 (Juli 1844)
- Date
- 1844-07-01
- Page
- Seite 133 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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in unserer Zeit beschaffen sein? 133 der Milch feiner. Mutter kochen" nach ihrer Regel 21!—Ol-! 121 1,12 erklären: Du sollst nicht das Fleisch eines zahmen Säugethiers in Milch kochen, und dessen dreimalige Wiederholung auf das Verbot des Kochens, Essens und Benutzens des in Milch gekochten Fleisches deuten, so hat sie gewiß ein vernünftiger Grund geleitet, und haben wir uns in der religiösen Praris, besonders wo wir, wie z. B. bei diesem Verbote über Grund und Fassung desselben so wenig klar sind, an ihre Auslegung zu halten. ') Die Belehrung der Jugend über den Geist der rabbinischen Interpretation ist von großer Wichtigkeit, daß die Jugend die Rabbinen ehren lerne, die Tradition nicht achselzuckend belächle, und in ihrer modernen Klugheit nicht „die Mutter verachte, weil sie so alt ist." So wie aber das Wort der Körper des Gedankens ist, so ist das Gesetz der Körper des Princips, das der Schüler aus dem erstem entwickeln lernen muß, um dieses recht zu fassen und anzuwenden. Dies führt der Talmud in der schon angefiihrten ftuchtbaren Jnterpretationsregel aus ,11,12 2112,1121- Die Schrift wendet den allgemeinen Gmndsatz auf die zur Zeit oder unter gewissen Umständen gewöhnlichsten Fälle als besonderes Gesetz an, will aber denselben zu allen Zeiten und unter allen verwandten Verhältnissen beobachtet wissen. So liegt z. B. in den Worten veut. 29, 9: „Du sollst dem Ochsen beim Dreschen nicht das Maul verschließen," überhaupt das Gebot der menschlichen Behandlung der Thiere, das Verbot der Thierguälerei ijttä CTl 1^2; ebenso finden wir in dem Gesetze, bei Belagerung einer Stadt keinen Fruchtbaum zu zerstören (veut. 20, 19. 20), die Mah- 1) Die jüngst von einem Correspondenten der Zeit. d. Judenth. dem Redacteur derselben zugeschriebene, in Wahrheit aber dem Jbn Esra angehörende Deutung dieses Gesetzes, daß nicht durch das Kochen des Böckteins in seiner Mutter Milch das Zartgefühl des Menschen sich abstumpfe, ist wie viele andere Hypothesen darüber eine zu vage Muthmaßung, um daraus hin, wie es derselbe wünscht, einen durch Autorität der ältesten Lehrer und durch fast zweitansendjährige Praris festgestellten religiösen Brauch, der überdies so sehr ins Leben eingreift, auszuheben. Wollten wir ein so leichtfertiges Princip, auf vage Vermuthungen hin Autoritäten umzustoßen, conseqnent durchführen, so wäre mit leichter Mühe das ganze Ceremonialgesetz über Bord geworfen. Dagegen bürdet Dr. Philippson in seinem Bibelwerke (S. 585) der Tradition zu viel auf, wenn es dort heißt, die Tradition verstehe unter diesem Verbote selbst das Fleisch der Vögel „was dem durchaus nicht entspricht/' Vielmehr hielt es R. Jose aus Galiläa für ganz erlaubt und mit ihm mehre Andere (s. Cholin 114 a), und selbst seine Gegner hielten es nur als rabbinisch verboten (Cholin 113 a und 105 a). Ja Maimenides Hilchoth Mamrim 2 sagt ansdrücklich: *222 121p ,1111,1 )D 2*712 P)1J7 1BQ 1D1K1 •Fpoin