Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 3 (Juni 1844)
- Date
- 1844-06-01
- Page
- Seite 126 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2744856-2744857-2744862--0145-2745085- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
126 Recenfionen. Auslassungen und Zusätze, an einem anderen Orte)) hiermit begnügt sich aber Hr. Th. nicht, sondern es hat im ursprünglichen T. geheißen Aber ist nicht offenbar, daß die LXX. hier T3K für *038 genommen, und also hier keinesfalls die Spur eines ursprünglichen bringen" vorliegt? Aber noch mehr als gegen die LXX. hat Th. gegen den hebr. Tert die Pflichten eines redlichen Eregeten hintangesetzt. Und wie konnte es auch anders kommen? Grammatik, Bibelkenntniß, gründliches Eingehen auf den Autor, nur fie befähigen zum Commentiren) Hrn. Th. gehen diese Fähigkeiten ab. Wie er mit der Grammatik stehet, haben mehrere oben angeführte Beispiele gezeigt*), denen wir unter anderen noch folgende hinzufügen: I. 25, 17. sagt der Knecht zu der Abigail, ^jn; Hr. Th. belehrt uns, es muß noch folgen HAK (zu einer Frau!!!) II. 18, 14. soll statt H2^2W sein (von nbt&Oü! — 19, 25. soll gestanden haben ^p) Nfyl (er hatte sein Haupthaar nicht gestutzt von ^pü! — 20, 3. (wo es heißt sie, die Kebsweiber David's blieben bis zu ihrem Tode rvttpbtt rVPH), soll es heißen rrpn niTl!!! Und wie trefflich wieder germanisirt: '3 '»n in einem Stande leben (degere), da 'N doch nur „im Leben sein" und die davon Derivata „lebhaft, lebenskräftig sein" ff. bedeutet! Und wie schön voraus, und dann niTi! Doch die Vulgata hat „in viduitate viventes,“ und sie verdient doch wohl mehr Glauben, als die hebr. Sprache und die Grammatik und der masor. Tert! — 24, 14. wird ein Zusatz folgender Worte beliebt: 3^p '»OT (vgl. weiter). ■»D^ü! Die ersten Regeln der Punctation lehren, daß man sagen muß — Und hierbei meint noch Th. auf höchst kindische Weise, die Grammatik bereichert zu haben. Es kehrt das Accusativzeichen ritt beim Nominativ häufig in diesem Buche (und auch in andern Büchern) wieder. Hierüber *) Aus Versehen kam oben S. 88. ^nn DIpD in den Tert. Diesen enormen Schnitzer führt der Verf. im Namen Michaelis' an und rügt ihn selbst. Man erkennt hieraus was die Verbesserungswuth, die in Deutschland mit Michaelis eigentlich begonnen, für Folgen gehabt: statt durch Michaelis Abgeschmacktheiten abgeschreckt zu werden, überbietet man sich in sprachwidrigen und ungereimten Combinationen. Auch Kennicott, der fleißige Sammler in majorem Dei gloriam, hat es an geistreichen (!) Verbesserungen nicht fehlen lassen, wovon wir nur eine zu 1. Sam. 14, 14. anführen. Dort wo es heißt, Jonathan habe geschlagen ungefähr zwanzig Mann rn& NO8 riWD WraD („ etwa auf der halben Furche eines Juchart Ackers" nach der Zunz'schen Bibelübersetzung), schlägt Kennicott sinnreich statt dieser Wörter die Leseart vor jTUP 'HDUDI D)VÜ2) — IO) wird aus dem Arab. abgeholt; und nj/D heißt „Steinchen" nach Jesaias 48, 19. Hätte der gute, englische Prälat anstatt viele Codd. durchzustöbern, nur den einen Tert richtig studirt, so würde er die Lächerlichkeit ‘pniJJDD (3ef. miyDD *ppO durch „ Steinchen" zu erklären, (worin ihm auch Thenius S. 52 beistimmt) eingesehen, und wahrscheinlich Zeit und Fleiß auf Besseres als aus diese minutiösen Grübeleien verwendet haben.