Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 3 (Juni 1844)
- Date
- 1844-06-01
- Page
- Seite 118 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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118 Allgemeine theologische Bibliographie. Welche Hoffnung uns bleibt? „Es wird der Herr uns nie verachten, nie verstoßen, nicht seinen Bund mit uns auflösm; ist er doch der Ewige unser Gott" (vgl. Lev. 26, 44.) Wir haben von unsrer frühem Nationalgröße, von unsrer politischen Selbstständigkeit nichts übrig behalten: und was verblieb uns denn? Der Glaube, das Gesetz, antworten wir mit jenem alten Lehrer. Und dieses wird nach der göttlichen Verstchemng uns immer bleiben; dieses ist der Bund, der nie aufgelöst werden wird. Wir haben die Tagedes Antiochus, wo ebenfalls der innere Feind, der innere Verrath in unfern Eingeweiden wüthete, überstanden, und sind aus ihr gestärkt im Glauben und gestählt an neuem Glaubensmuthe hervorgegangen. Auch in dieser Zeit, wo der Kampf sich erneuert, wird der Sieg nicht lange zweifelhaft bleiben: wir haben für uns manche heilige Macht: wir streiten für ein Göttliches in uns, uns leitet offenbar kein gemeines, niedriges Jntereffe. Wollen wir doch nicht für Aeußeres ausgeben; wir wollen nicht „um gleich dm Andern zu sein, und Emancipation zu erlangen" dm angeerbten Glauben wegwerfen. Wir halten an ihm; und ist es Gmndsatz der Staaten, daß der Jude der vollen Rechte des Menschen nicht theilhastig werden soll, so dulden wir willig für unsere Religion. Wir stellen aber unsere Sache Gott heim, der uns bis jetzt die Kraft verliehen, auszuharren; wir fühlen, daß er uns eine große Reisezehrung mit auf die Wanderung hinaus gegeben: den Glauben; und von diesem wollen wir nie lassen, in ihm sind wir die Starken, durch ihn werden wir siegen sowohl gegen innere als gegen äußere Feinde: denn mit uns ist Gott! * Allgemeine theologische Bibliographie. Bibelkunde und Philologie. Ueber Heilquellen und Bäder, und den Gebrauch derselbe» bei den alten Hehräern. Bon Dr. W. Wessely, israelitischem Religionslchrer und k. k. Translator in Prag. — (Oesterr. Blätter für Literatur u. Kunst. 1844. Nr. 24. (Beibl. Nr. 7), 26 (Beiblatt Nr. 8), 27 (Quart. II. No. 1.), 28 (II, 2.). — Franzos. Uebers. erscheint in J. Ritter de Carro’s Almanach de Carlsbad. 1844. Scheint uns eine Hinweisung auf einzelne größere Aufsätze im Gebiete jüdischer Wissenschaft in nicht-jüdischen Zellschriften der Tendenz der „Bibliographie" überhaupt angemessen; so haben wir hier noch das Vergnügen zu bemerken, daß eine neue literarische Zeitschrift solchen Themen ihre Spalten eröffnet. — Die vorliegende AbhaMung bespricht, nach einer kurzen Ein-