Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 3 (Juni 1844)
- Date
- 1844-06-01
- Page
- Seite 117 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Epoche des Macca-äerkampses und die heutige Zeit. 11T Untergang des Judenthums ans; sie, in seinem Schoße geboren und groß gezogen, wollen es entwurzeln. Und wie beginnen sie? Indem sie den „heiligen Bund" aufheben, die Beschneidung abschaffen und sie als vereinzeltes Gebot darstellen. Aber es liegt ihr Ziel klar vor, daß hiemit das Judenthum selbst gemeint sei. So hat es Einer aus ihrer Mitte, der freilich nicht ahnte, daß seine Worte zur Oeffentlichkeit gelangen werden, deutlich ausgesprochen, und geht diese Tendenz aus ihren Programmen hervor: nicht der Tradition allein, sondern der heil. Schrift, dem Glauben selbst gilt ihr freventliches Unternehmen. Und das Motiv? Ebenfalls wie in jener Zeit: „Wir erfahren manches Unangenehme, manche Beeinträchtigung an unfern Rechten." Und um äußere Vortheile, die Emancipation zu erlangen, wird Alles hingegeben! Aber sie haben — und dieß gereicht unsrer Zeit zur Ehre — nur wenige Anhänger geftinden, und auch diese wurden größtentheils nur durch Schwachheit, Unbedachtsamkeit oder Unwissenheit irre geleitet: sie glaubten es handle sich bloß um ein Einzelnes, und erkennen nicht, wie dieses Einzelne so tief im Judenthume wurzle, und mit dem Ganzen des Glaubens in inniger Verbindung stehe. Doch trifft selbst über diesen Jrrthum sie harte Anklage. Es konnte ihnen die Allgemeinheit, mit der dieses Gebot noch heute beobachtet, die Pietät, mit der es durch das ganze Judenthum und so weit Juden wohnen, gehegt wird, zum Beweise dienen, daß ihm eine unantastbare Heiligkeit zngeschrieben, es in Hochachtung und Ehre allgemein gehalten werde, und wamm auf dieser Weise aus der Gesammtheit heraustreten und als Jude zu dem, was allen Generationen heilig war und noch der heutigen heilig ist, sich nicht bekennen? — Es konnte ihnen femer nicht entgehen, daß sie dadurch in eine feindliche Stellung zu ihren Brüdern treten; zwar werden sie nicht, wie zu jener Periode von einem Nicanor gezwungen, gegen sie zu kämpfen: aber wo Parteiungen entstehen und der Parteigeist erwacht, da brennt von innen die Flamme, die wild verzehrend gegen außen ausbricht. Da werden nun gegen die gläubigen Brüder Beschuldigungen jeder Art vorgebracht, werden sie nebst dem Glauben verdächtigt; wird dieser als unwürdig dargestellt, nnd sucht man Juden und Judenthum zum Gegenstände des Spottes und der Verachtung zu machen. Welche Folgen dieß Verfahren habe, wie viel wir in den Augen der Andersglaubenden verlieren, wie wir in ihrer Meinung herabgesetzt werden, welcher Anlaß hierdurch zur Schadenfreude „daß das Judenthum seiner gänzlichen Auflösung entgegeneile" gegeben wird, ist leicht zu ermessen: und es erneuern sich die Wehm jener traurigen Zeit!