Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 3 (Juni 1844)
- Date
- 1844-06-01
- Page
- Seite 115 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Epoche des Macca-äerkampfes und bie gütige Zeit. 115 sich vom Gotte Israels losgesagt. „Befiehl (nach der einen Leseart) zu retten ff." ist ein Gebet, daß das Kind von der grausamen Bestrafiing, die selbst unschuldigen Säuglingen drohte (vgl. obm) bewahrt werde; oder „er befahl ff." ein Dank, daß es bisher gerettet wurde und der Bund an ihm vollzogen werden konnte. Es ist überhaupt die Benennung „heiliger Bund" für Beschneidung sehr natürlich. Durch die Beschneidung durste erst an den Opfergaben und heiligen Gebräuchen Antheil genommen werden: wem ste abging, der sollte nicht das Heiligthum betteten und wurde als unrein angesehen, (vgl. Ezech. 44, 7. 9, Jes. 52, 1.) Warum der Beschneidung eine solche Heiligkeit beigelegt wurde? .Weil ste mit dem Ursprünge des Volkes auf's Innigste verwachsen war, fich hinauf bis zum ersten Urvater, Abraham erstreckt, und mit dem grauesten Alterthume als die Weihe zu Gott, als der Eintritt in den Glauben bettachtet wurde. An sich mag auch das Sinnbild der unterdrückten Sinnlichkeit, die Erhebung über das Thierische und die den Menschen entwürdigende Begierde in der Beschneidung ausgedrückt sein; doch wir forschen weniger nach dem Symbol und suchen auch nicht hierin die Heiligkeit, sondem finden sie in dem göttlichen Gebote, in seinem hohen Alter, in dem „Zeichen des Bundes", als welches die Beschneidung angekündigt wird. Sie hatte sich übrigens, wie aus mehreren Stellen der Propheten hervorgetzt (worüber mehr an einem andern Orte), selbst bei den zehn Stämmen ttotz ihres Abfalles und der Einsühnmg des Götzendienstes neben der Gottesverehrung, erhalten; bildete in dem babylonischen Exil die fortwährende Betätigung des israelitischer: Glaubens- und Volksbekenntniffes (vgl. Zachar. 9, 11), und blieb bei der Zurückkehr nach Palästina ebenfalls das Hauptmoment des Judenthums. Die Zeit der Syrerherrschast rief Parteien hervor, deren eine durch Abschaffung der Beschneidung auf die völlige Vernichtung des Judenthums hinzielte, und es wurden von ihnen viele Schwache verlockt, die, wie oben erwähnt, die Wichtigkeit dieser Abschasftrng und die sich daran knüpfenden Folgen nicht durchschauten. Ueber diese Zeitereignisse spricht sich nun Daniel aus. 11, 28: „Er kehrt zurück in sein Land," von dem Zuge gegen Egypten; „und sein Sinn ist gegen den heiligen Bund", er hegt schon Gedanken gegen denselben, da er erkannt, daß mit dessen Aufhebung Judenthnm und Nationalität sich auflösen werde; „er ttifft nun Anstalt ff", um den gehegten Plan in Ausführung zu bringen. Dieses ist die erste Periode, in der Antiochus bloß allgemeine Befehle zur Annäherung der Juden an griechische Sitte:: gab, und die Bösen in Israel von selbst an-